Was macht die Arbeit eigentlich mit uns?

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00:00:01: Schön war es der Gesprächsraum für Leben und Tod mit der Folge zwanzig.

00:00:06: Ich habe zu dir im Vorfeld gesagt, Fabian wir drehen uns heute gepflegt selbst referenziell um uns selbst.

00:00:11: Könnte man ja auch Augenzwinkern sagen macht ihr doch eh die ganze Zeit schon in eurem Podcast.

00:00:15: aber heute treiben wir es nochmal deshalb auf die Spitze weil wir miteinander mal innehalten und schauen.

00:00:23: jetzt entschuldigen wir uns schonmal auch wieder mit einem liebevollen Grinsen im Gesicht für eine Sprechformel, die wir aus unserem Theologie-Studio mitgenommen haben.

00:00:32: Wir fragen uns nämlich in dieser Folge zwanzig was macht die Arbeit mit uns eigentlich?

00:00:40: Wir haben ja nicht immer in unserem Leben Trauerfeiern begleitet also da sind wir ja auch Stück für Stück hineingewachsen.

00:00:45: und wenn wir nicht irgendwann auf Pause drücken und Inhalten und mal drauf schauen... Also vielleicht spiegeln wir uns später noch gegenseitig wie wir uns wahrnehmen gucken wir mal wo uns das Gespräch hinführt aber vor allem vor allem sich mal den Luxus zu gönnen und zu sagen, wie denke ich über dieses viele Begleiten vom Tod möglicherweise auch anders übers Leben.

00:01:06: Und... Ich hoffe ich erwischt dich jetzt nicht hart auf dem kalten Fuß fahren aber kannst du sprechdenken für dich meine Spur ausprobieren was?

00:01:16: Du für dich als Hauptpunkt, Hauptveränderung, Hauptgefühl in dir ausgemacht hast was diese viel Arbeit und die vielen Lebensgeschichten und Menschen die du begleitet hast mit dir stand heute gemacht haben.

00:01:31: Wie hast du es vorhin gesagt?

00:01:32: Sprechdenkend!

00:01:34: Ja.

00:01:35: Das ist immer die Frage, ob das immer so gut ist...

00:01:38: Wir können ja

00:01:42: noch schneiden.

00:01:43: Die zwei mit dem Lymisch-Sprechnen gehen, aber heute war es noch zu viel Sprechtung.

00:01:46: Ding dong ding dong.

00:01:49: Also ich glaube eine Sache, die mir sofort einfällt und ich habe jetzt auch im Vorfeld ein bisschen nachgedacht dass ich schon Es mag auf der Hand liegen, aber das ist natürlich schon ganz anders über den Toddenke und dass er auch ganz anders präsent ist.

00:02:06: Also wenn du

00:02:06: sagst, du denkst anders drüber nach?

00:02:08: Was heißt anders?

00:02:10: also wie vorher, wie jetzt?

00:02:11: Ich glaube, dass er schon so ein bisschen seine Schwere verloren hat bei mir.

00:02:17: Also ich meine klar natürlich sterben ist doof keine Frage!

00:02:20: Ich habe keinen Bock zu sterben finde es auch furchtbar natürlich, wenn jemand aus meinem Mann Unfeld sterben würde.

00:02:30: Keine Frage.

00:02:32: aber so merke schon dadurch dass ich ständig damit auch konfrontiert bin und so viele Lebensgeschichten hören darf und auch so viele Trauerfeiern begleiten darf die dann auch als positiv wahrgenommen werden die als schön empfunden werden verlierte schon ein bisschen seinen Schrecken.

00:02:55: Also so, weil ich schon auch viel Trost wahrnehme und viel Hoffnung und das auch stark finde wieviel Kraft immer noch da auch bei den Leuten ist die jemanden verloren haben.

00:03:08: Und dass es jetzt wirklich egal ob das jetzt jemand ist der jemand wo jemand neunzigjähriges gestorben ist oder vielleicht die zweifache Mutter mit Ende dreißig.

00:03:18: ja Das finde ich immer sehr spannend und berührend wie viel Kraft da auch in diesen Momenten drin steckt und wieviel Dankbarkeit ich auch immer spüren darf, sodass sich die große Hoffnung habe für mich wenn ich auch mal selber in diese Situation komme wo jemand Wichtiges stirbt dass ich auch Immer Diese dankbarkeit Auch hochhalten Kann Trotz aller Trauer Und Wut Die Ich Habe Wegen Diesem Verlust Aber Dass diese dankbar Keit Einfach ein sehr starker Platz hat oder dass die sehr stark ist, sehr wirkkräftig.

00:03:57: Und wenn ich das noch sagen darf natürlich bei mir jetzt irgendwie so die Veränderung und natürlich auch im Umgang mit dem Tod bei uns zu Hause.

00:04:05: also ich habe ja drei Kinder und es ist schon... Also da geht der Papa halt zu einer Trauerfeier wie jetzt halt andere Väter halt ins Büro gehen oder auf Montage und das finde Ja schön, dass das so eine sehr ständige.

00:04:21: Meine Frau die war ja auch schon mal hier im Podcast zu Gast Die ist ja auch in der Trauerarbeit tätig und irgendwann hat man einer von uns in Jungs gefragt Warum macht er nicht beide was mit Trauer?

00:04:31: Und es hat immer so ne Es ist ein bisschen wie bei dem schönen Kinderbuch die schönsten Beerdigung der Welt.

00:04:36: Es ist halt auch ein Thema das auch dazugehört und am nächsten Tag haben wir etwas ganz anderes gemacht Also dass dieser Tod so ein bisschen schon seinen Schrecken verliert.

00:04:46: Hast du das Gefühl Also mein, das hat jetzt gar nichts mit euch persönlich zu tun.

00:04:52: Also gibt ja den Klassiker dass man irgendwann in der Phase seines Lebens die eigenen Eltern nicht so sonderlich cool findet.

00:04:59: Das ist also ein Allgemeinplatz menschlicher Entwicklung.

00:05:04: Ordnen eure drei Jungs den Beruf Tod und Trauer oder auch deine Arbeitfarbe anordnen?

00:05:11: Die denen schon irgendwie ein, dass der im Vergleich zu anderen Eltern was exotisches ist ist er einfach da und die sind einfach motsbeschäftig mit eigenen Fragen.

00:05:22: Ich weiß gar nicht, ob Sie sich vorstellen können dass es noch andere Berufe gibt, die Menschen haben können außer Diplompsychologin in der Beratung oder Traumarätner oder Coach... Die finden es auch immer.

00:05:34: wenn ich dann sage ich habe einen Coaching abgeschlossen, ja cool!

00:05:38: Oder eine freie Trauung mehr weil natürlich nochmal ein bisschen mehr Honora bei rumspringt so.

00:05:44: Ich glaube das haben sie noch gar nicht so.

00:05:46: Also das ist schon klar, dass ich das mache und die finden es glaube ich auch okay.

00:05:52: Und was ich gerade so ein bisschen zugespitzt gesagt habe, glaube ich schon.

00:05:56: also klar wissen ja auch, dass es andere Berufe gibt aber ich glaube da gibt's noch gar nicht den Vergleich-Part.

00:06:05: Aber ich finde es schon also dieses... Das ist dann in deren Freundeskreis auch weiter trägt.

00:06:13: Der muss jetzt gehen, der hat eine Trauerfeier oder keine Ahnung.

00:06:23: Wie sage ich das?

00:06:25: Da finde ich schon ziemlich cool ein Beruf.

00:06:28: Also da erzähle ich gerne davon und da finde ich es schon ziemlich gut was ich so mache.

00:06:33: Auch wenn ich das zuhause erzählen kann.

00:06:36: Ich

00:06:38: glaube auch in so einem fiktiven Eltern-Berufstag, wo Eltern in die Schule kommen und von ihren Berufen erzählen, wäre man nicht der Unkultste.

00:06:46: Wenn man das mal als Kopfkehler sich vorstellt.

00:06:49: Herr Schneider danke!

00:06:50: Jetzt erzählen Sie mal was machen sie im Controlling?

00:06:54: Alle Controller hey ihr macht einen wichtigen Job aber ja.

00:06:59: Wie ist es denn bei dir Thomas?

00:07:02: Das was du gesagt hast mit der Tod hat ein Stück weit Sein Schrecken verloren, das kann ich saumäßig gut unterschreiben.

00:07:12: Ich finde es... Mir habe jetzt kein besseres Wort wie so ein Computerspielsprech.

00:07:18: also ich finde das und wir sind ja dabei jetzt ganz subjektiv persönlich auf das zu gucken und nicht die Geschichten zu bewerten sondern was ist das?

00:07:27: Was bei uns dann passiert oder was bei mir passiert wenn ich da dem Ganzen auch drin bin und ich finde dass wie so bisschen ein Cheat Code irgendwie so ganz viele Tode mitzuerleben.

00:07:40: Also natürlich nicht, wir sterben ja nicht mit.

00:07:43: aber ich finde einen der bis heute intensivsten Momente ist mit den Angehörigen über die Todesursache zu sprechen.

00:07:56: oder lasse es mich so rum sagen mir ist es wichtig geworden und immer wichtiger also Stück für Stück wichtiger geworden und deswegen auch jetzt ein fester Bestandteil meiner Routine dass sich Wir werden jetzt im Laufe des Trauergesprächs und auch der Feier vielleicht doch ganz wenig über die Todesursache sprechen müssen.

00:08:14: Aber wissen Sie, ich will ja nicht irgendwie so ist halt tot und jetzt machen wir noch ein bisschen Erinnerung sondern ich würde schon wissen was war wie wars?

00:08:25: Und es gibt dir auch unangenehme Todessituationen wo auch dann angehörige Stück wie bisschen auch im Schock sind.

00:08:32: und da ist auch wichtig zu entharboisieren und erst mal mich selber zu entarboisierend, dass ich quasi aus Scham gar nicht mich traue.

00:08:40: Erst nicht zu fragen sondern sage nee das gehört dazu.

00:08:44: wenn ich dann mit den Angehörigen über die Todesursachen spreche dann weiß ich nicht tut sich bei dir wahrscheinlich jetzt auch ein Fächer auf was sie da so von Kribserkrankungen schwere Demenzfälle Unfälle also Verkehrsunfälle ertrinken

00:09:02: Suizid

00:09:03: Suizide, Selbsttötungen.

00:09:08: Und jedes Wort... Also so geht es zumindest in mir.

00:09:12: Jedes Wort ist wir gerade als Mögliche und das ist ja noch gar nicht vollständig aber als mögliche Todesursache gerade aufgezählt haben gibt sofort ein Gefühl oder vielleicht auch sofort ein Bild an die Erinnerung einer Familie oder Stichwort Vater der Mutter mit Kindern verstirbt also diese Situation Da gibt es sofort ein Gefühl dazu und das nimmt einen, also das nimmt uns schon auch mit rein.

00:09:35: Und was ich jetzt, und deswegen wollte ich dieses Wort gar nicht flap sich verstanden müssen wenn ich sage cheat code aber ein bisschen... Also wenn man sich auf jemanden einlässt so würde ich das zumindest formulieren dann bedeutet ja mit fühlen natürlich nicht mit zu ertrinken oder mit Krebs zu haben oder mit Demand zu sein Aber sich schon ein Stück weit im Stillen die Frage stellen Was wäre wenn wenn ich durch diese Schuhe des Menschen gegangen bin, der gerade gestorben ist oder auch durch die Schuhe der Angehörigen oder vielleicht sogar beides gleichzeitig.

00:10:04: Dass ich irgendwie versuche mich auf diese Perspektiven einzulassen und das ist ein ganz... Ich habe mich das am Anfang so gar nicht getraut für mich selber erst mal zuzugschehen.

00:10:15: Ich finde es ein ganz eigentümliches Geschenk dass sich ganz viel miterleben und erfahren darf was ich wenn nicht jetzt Thomas und weiterhin Personalentwicklung und spirituelle Bildung bei der Karitas gemacht hätte.

00:10:29: Eine tolle Arbeit, aber das hätte ich so dort nie erfahren.

00:10:33: Also ich darf Dinge miterleben die ich in einem Leben sonst gar nicht mitbekommen hätte.

00:10:39: Und das trägt natürlich so jetzt was will ich damit sagen?

00:10:42: Das trägt schon natürlich zu dem Phänomen beides du gesagt hast es dadurch verlierter Tod ein Stück weit sein Schrecken.

00:10:48: Aber indem ich auch sehe dass Tod ... der Sterbeprozess auch schrecklich sein und sich schrecklig anfühlen kann.

00:10:56: Führt er schon noch dazu, dass ich einerseits Respekt davor habe... ...und mich aber auch mittlerweile sehr bewusst fragt.

00:11:06: Hätte ich also in diesem völliges Gedankenkonstrukt?

00:11:08: Ich hab es natürlich nicht!

00:11:09: Aber hätte ich die Wahl...?

00:11:12: Wie würde ich denn sterben wollen?

00:11:14: Oder welche?

00:11:15: vor welcher Todesart hätte ich hätte ich Angst oder... Und was ich zum beispiel jetzt habe ich ganz ganz frisch hab ich eine familie begleitet.

00:11:26: da ist der.

00:11:27: Da isst er verstorbene mensch schweres dement geworden am ende und sagt es deshalb weil dir unterstell dir fahren werden dass du auch ganz oft gar nicht jetzt angehörig aber so menschen auch.

00:11:43: also ich kenne das aus aus familienfesten den sprech, Also wenn ihr mal dem minz habt gell dann koche mir gleich verschieben Da ist ja nichts mehr los mit mir, gell?

00:11:54: Ja dann bin ich ja nicht mehr.

00:11:55: Dann bin ich auch nicht mehr ich selbst.

00:11:57: und also wirklich... Also das sind die O-Tonen aus Situationen, Bekanntenkreis, Familie.

00:12:04: wo in dieser Sorge davor, wer bin ich da noch wenn Stück für Stück wenn Dinge von meinem Wesen verschwinden wie seiner Demenz ist Und was sich dann schon auch macht es immer für mich selber hinzuhören Wie gibt's Situationen, wo diese Familie es geschafft hat der Demenz Lebensqualität abzuringen.

00:12:27: Weil das ist dann weil ich kann ja weiß ich hab's nicht in der Hand wenn am ende nischkrankheit kommt wie ein dementielles syndrome dann ja dann so Dann ist es.

00:12:36: aber dann versuche ich dann versuch ich mir selber zu aktivieren und sagen Wo was davon war gut?

00:12:41: Und was davon auch also quasi holprig Das könnten dann meine meine Angehörigen und ich schon gleich anders machen, weil ich habe jetzt quasi schon etwas erfahren dürfen.

00:12:53: Und was... Was mich da zum Beispiel jetzt bei dem Fall ganz besonders berührt hat war, weil wenn man ja oft sagt so ja also es ist auch in Verschwinden dieses Menschen oder dieser Person das bisschen dass man sich aneinander kaum mehr erkennt, ne?

00:13:08: Das ist brutal und schmerzhaft!

00:13:10: Und selbst in dieser intensivsten Demenzphase haben die mir davon erzählt, dass sie zum Schluss den Mut hatten in die Einrichtung zu wechseln und da wurde dann auch gut gepflegt.

00:13:23: Und da war das ein ganz angenehmes und herzliches Miteinander... ...und da hat dann plötzlich in dieser schweren Demenzphase der Angehörigen noch sagen können hier ist ja wie Urlaub.

00:13:37: Weißt du?

00:13:38: Das ist was wo ich sage, das nehme ich halt mit.

00:13:41: weil also dass jemand der vielleicht noch ein Schatten seiner selbst ist, sagen kann.

00:13:50: Also was für mich hat sich das angehört?

00:13:52: hier ist wie Urlaub heißt.

00:13:53: ich empfinde gerade so etwas wie Freude.

00:13:56: Ich empfunde gerade sowas wie Leichtigkeit einfach ein schönes gutes Gefühl.

00:14:02: Glück will ich soweit will ich gar nicht gehen.

00:14:03: Ich erlebe grad einfach ein Ein schönes Gefühl und das ist das was ich dann eben mitnehme dass ich sage ja also selbst wenn auf meinem Lebensweg Demenz kommen sollte dass ich das dann angehe, soweit ich es angehen kann.

00:14:19: In dem Wissen ja und auch wenn viel von mir und meinem Wesen schon verschwunden sein wird, wird etwas in mir immer noch Schönheit und Freude erleben können.

00:14:28: Und ich hoffe, dass sich ein Team an Freund und Familie um mich herum haben die einerseits nach sich gucken Also sich in der Pflege nicht aufreiben, aber auch irgendwie nach Rahmenbedingungen suchen.

00:14:42: Und meinetwegen sollte ich bis dahin Rücklagen aufgebaut haben die gerne auch auf den Kopf hauen und sagen dann... ...dann soll er anständig gepflegt werden und mit dem Gefühl hier ist schön so lange auf dieser Welt sein bis seine Seele sagt jetzt geht er Tommy.

00:14:58: So und das hätte ich diese auf diese Gedanken, diese Bilder, diese Perspektiven Die bin ich, also auf die stößt mich schon diese Arbeit und auf die Stößt auch... ...die Arbeit.

00:15:15: Und zum Beispiel hätte ich die Wahl, also dürfte ich mir vom Universum was wünschen würde ich sagen bitte keinen Unfall.

00:15:20: Also ich möchte nicht von jetzt auf gleich rausgerissen werden.

00:15:27: Also, ich will nicht mehr selber zuhören muss immer drüber.

00:15:30: Fast schon lachen wie das ist wenn man solche wünsche in der Universum richtet.

00:15:33: aber jetzt für den was macht es mit mir?

00:15:35: ja weil dieses von jetzt auf gleich Erst noch da zu sein und dann weg und verschwunden Das ist so das ist so.

00:15:45: also schon der tot an sich ist oft so surreal selbst wenn er lange pflege Und als sterbe situation voraus ging.

00:15:50: aber dieses plötzliche Hat etwas ganz hat was ganz eigentümmlich.

00:15:53: also wenn manche sagen heuer sagt boom dann ist fertig ... sag ich ja vielleicht aus der Perspektive, dessen nicht jeden da geht.

00:16:01: Aber selbst als wenn ich von dieser Welt gehen möchte, ... ... ich es nicht so schnell machen.

00:16:05: Ich möchte irgendwie diesen Abschied gestalten und das... ... das so auszusprechen.

00:16:09: Fabian da hat, deshalb schon definitiv die Arbeit mit mir gemacht.

00:16:14: Bist du da ähnlich?

00:16:15: Also bist du ähnlich unterwegs und kannst sagen auch im klaren Benennen hätte ich wünsche vom Universum frei.

00:16:23: dass würde ich für mich wünschen oder das würde ich explizit nicht wünscht.

00:16:29: Und was hat auch aus so einem Selbstnösch, dichwort Demenz und was für die Perspektiven.

00:16:34: Was treibt Dich bei diesen Fragen um?

00:16:39: Also hatte ich früher schon auch, kennen wahrscheinlich alle Zuhörerinnen und Zuhürre auch wenn man irgendwie mit dem Partner oder der Partnerin einen Streit hat... ...und dann so im Unguten auseinander geht.. ..und der eine oder die andere verlässt das Haus.

00:16:52: Und dann so dieser Gedanke okay was ist es wenn dem oder der jetzt etwas passiert?

00:16:57: ne?

00:16:57: Wenn die jetzt Unfall hat wirklich und nicht mehr zurückkommt.

00:17:01: Und dann ist man so im Streit gegangen, da habe ich schon so ein irgendwie so einen Denken in mir.

00:17:10: Ja, man muss ja schon irgendwie so leben Dass man immer so einigermaßen im Guten miteinander ist.

00:17:17: Aber das Leben kann er... und das erfahre ich eben aus der Arbeit gerade wenn es so Fälle sind wo es wirklich völlig abrupten Todesvergab Das Leben kann von einer Sekunde auf die nächste vorbei sein Und dann wollte man noch vielleicht was sagen und kann es aber nicht mehr sagen.

00:17:35: Also das merke ich für mich schon, dass nehme ich schon sehr, sehr mit gering natürlich nicht immer, aber schon irgendwie immer so soweit es geht eben in Verbindung zu sein.

00:17:45: Man muss ja auch nicht immer... also ich bin weiter von entfernt zusammen, wenn man sich gestritten hat, dass man dann jetzt bleibt eine Stunde da und wir klären das noch, dass man sich zumindest eben nicht irgendwie so hart verstreitet.

00:17:59: Dass man jetzt irgendwie dann so arg viel bereut, das finde ich glaube ich ganz... Auf der einen Seite schlimm und auf der anderen Seite Das künft auch wieder so ein Dessern.

00:18:10: was ich vorhin gesagt habe, dass ich mir denke ja aber es ist ja auch Es ist ja noch ganz viel Gutes gewesen.

00:18:17: Das Gute Ist ja nicht vorbei nur weil die letzte Begegnung halt irgendwie Kein leidenschaftlicher Kurs oder Sex?

00:18:28: Oder was auch immer war.

00:18:31: Vielleicht, das kommt mir jetzt gerade vielleicht ist es ja auch dann irgendwo... Auch leichter sage ich mal wenn die letzte Begegnung nicht so die Mörderkrasse-Begegnung war.

00:18:44: Es ist schwierig.

00:18:45: Ich merke auch beim Denken, dass ich schon wieder mein inneren Zensor habe und sage kann man das dazu sagen.

00:18:50: aber da merke ich schon dieses... Was hat sich weg?

00:18:56: Den Sensor?

00:18:58: Ja, ja.

00:19:01: Gibt den, gibt's ja nicht Thomas.

00:19:02: Das bin ich ja selber.

00:19:04: Ich hab den inneren Sensor schon vor Jahren gekündigt weil das einfach kostet wahnsinnig viel Geld.

00:19:11: und jetzt kann ich auch selber ganz gut weißt du?

00:19:13: Da bräuchte ich

00:19:14: kein innerer Sensor.

00:19:16: So ein Kack!

00:19:18: Also das merke ich schon dass ich da denke irgendwie... ... gut miteinander zu sein.

00:19:25: Oder ich glaube, ich hatte es auch in anderen letzten Folgen gesagt,... ... dass ich ja hundert Prozent dafür geben kann... ...dass bei meiner Trauerfeier gute für mich gesprochen wird.

00:19:35: Dass das da eben den Leuten leicht fällt, viel Gutes über mich zu erzählen oder auch... ...oder das negative auch schön zu verpacken.

00:19:42: Hüfte die Arbeit gelassener zu sein?

00:19:46: Auf jeden Fall!

00:19:47: Also vor allem im Beruf, ich merke schon, ich wäre gerne auch manchmal... ...viel gelassener mit meinen Kindern.

00:19:53: Das ist schon echt so ein Learning, also wo ich echt auch angespannt bin.

00:20:00: Aber das auf jeden Fall auch, dass ich schon merke, dass sich in beruflichen Kontext oder auch so... ...dass ich schon eine große Leichtigkeit und Gelassenheit habe.

00:20:11: Das auf jeden fall.

00:20:12: Da krieg ich auch immer wieder diese Rückmeldung dann so ach sie strahnt so ne Ruhe aus!

00:20:16: Das ist so schön und das finde ich da nicht gut.

00:20:19: Also dass ich da einfach irgendwie eine Art habe die bei den Leuten auch ankommt, die eine Ruhe mitbringt.

00:20:27: Das ist auf jeden Fall

00:20:29: so ne schöne Kleinigkeit, die mir gestern aufgefallen ist der auf dem Friedhof wo ich war da ist an einer Straße, die ich mit einem Fahrrad oft entlang fahre und das war eben ganz eigentlich wie so oft meiner Trauerfeier eben so ein Perspektivwechsel du gehst in den Friedhof rein und in dem Moment wo du im Friedhof bist und von innen Also klar natürlich aufs grab und den angehör aber wenn du eichkannst kannst ja mal für einen moment.

00:20:56: So wieder von innen nach draußen schauen und dann ist die straße da.

00:21:00: dann hörst er eh dann fährt ein lkw vorbei und.

00:21:04: Das ist das alltagsgeräusche verschwindet nicht und ich finde immer den erst einmal den akustischen effekt so zu goldig wie.

00:21:14: Wie eigentümlich weit weg so ein geräusch ist also.

00:21:17: Wenn ich wenn dann Lkw fährt und irgendwas von A nach B transportiert oder Wenn ich mir dann selber vorstelle, ich radle die Straße auch entlang oder fahre da mit dem Auto und weißt dann, ah ja das ist die Stelle.

00:21:27: Wo ich mich immer ärger wenn die Ampel für die Fußgänger kurz schon bevor ich da bin auf rot schaltet und ich nochmal abbremsen muss.

00:21:34: Bist du auch ein Fußganger?

00:21:38: Naja aber wenn der Fußgenger halt drückt... Ah!

00:21:41: So und du willst eigentlich bis schon so am Ich muss ja schon da sein und beschleunigen.

00:21:48: also Alltag Phänomen halt na und dann.

00:21:50: Und dann denke ich mir so wie, also da lache ich mich noch manchmal liebevoll selber aus.

00:21:54: Wenn ich dann im Friedhof stehe und denk so wie die Banane halt echt die Bananen und es ist also gelassenheit ist irgendwie so ein Effekt aber natürlich auch... ...die Perspektive und der Perspektivwechsel vom Friedhof hinaus aufs Leben zu gehen und auch von Friedhof wieder zurück ins Leben zu geben das ist so'n für mich ein unfassbar heilsamer Moment.

00:22:18: ... auch wo ich, also der... Ich muss fairerweise zu sagen er verpufft auch traurigerweise sehr schnell.

00:22:28: Ja!

00:22:28: Aber

00:22:29: es ist tatsächlich, es gibt so Momente da bin ich irgendwie... Ich stelle mir vor als wenn sowas wie Erleuchtung geben sollte.

00:22:35: dann ist das so ein kurzer Moment wo ich dann aus diesem Friedhof rausgehe und sage wow wie schön ist jetzt dass das Zuhause Magdalena ist?

00:22:45: Wie schön ist es dass ich überhaupt ein Zuhaushalb habe?

00:22:49: Irgendwie jetzt atmen und leben darf.

00:22:52: Wie schön ist es, dass ich jetzt sagen kann ja, ich hole mir ein Eis oder... Ich gehe mir jetzt eine Pommes holen oder... Egal also alles was?

00:23:00: Also diese auch das wir haben ja über die Kleinigkeiten der Folge gemacht aber halt eben auch dieses Leben mit allem was von Farben über was leckeres Essen und sich etwas gönnen.

00:23:14: Dass das in dem Moment wo ich aus dem Friedhof rausgehe so prall ist.

00:23:19: Also kannst du dann mit uns anfangen, wenn ich sage es fühlt sich das Leben selten so lebendig an wie nach dem Friedhof.

00:23:26: Wenn ich in Hause fahre?

00:23:28: Ja und das deckt sich vielleicht auch mit dem was ich meine über Begriff dafür gefunden zu haben und zwar merke ich so für mich dass ich auch durch diesen Beruf im wahrsten Sinne des Wortes selbstbewusster geworden bin.

00:23:47: ja also mir meiner Selbstbewusst Und natürlich ganz konkret, wie wirke ich?

00:23:55: Wie stehe ich da.

00:23:56: Wie rede ich?

00:23:57: Dass ich da ganz viel gelernt habe und das glaube ich wird so dass was du jetzt gesagt hast mit, dass sich das Leben prall anfühlt und besonders

00:24:08: usw.,

00:24:10: Das ist dafür mich schon drin in diesem Selbstbewusst oder auch vielleicht bewusster zu leben.

00:24:18: also ohne jetzt zu sagen Ernehmlich ist nur noch gesund.

00:24:22: Das würde sich jetzt ja auch nicht decken mit dem, was du gerade vom Pommes und Eisessen erzählt hast.

00:24:29: Ja das schon also so eine Bewusstheit auch für mich selber zu haben und fürs Leben selbst macht es manchmal tatsächlich ganz gerne wenn ich dann irgendwie von der Trauerfeier zurückfahre dass ich da noch irgendwie gucke okay jetzt hast du noch irgendwie ein bisschen Zeit.

00:24:46: Jetzt guckst du irgendwie findest irgendwie noch einen Kaffee oder so, wo du noch etwas trinken kannst.

00:24:51: Ich mache es viel zu selten, weil ich dann unterwegs keinen Kaffee finde und dann habe ich auch noch Ansprüche.

00:24:55: Dann will ich nicht einfach nur in der Bäckerei wo ich so ein scheiß Vollautomaten Blöre trinken muss und ich bin auch schon gescheiten kaffeetan oder irgendwie so.

00:25:05: aber das merke ich denn auch zum Beispiel wenn ich da keine Anrukels beim Supermarkt vorbeifahre und mir irgendwie noch was zum Essen holen oder so wie ich dann auch denke ja dass ist jetzt cool das jetzt hier essen zu können ich kann mich jetzt kaufen.

00:25:17: Ich bin dann schon auch wieder ziemlich demütig und bescheiden irgendwie, gerade nach so Trauerfeiern.

00:25:23: Das merke ich schon.

00:25:24: Vor ein paar Wochen habe ich... Auch weil das irgendwie den Ort war, den ich als Kind auf der Rückbank im Verbeifahren x-mal gesehen hab, bin ich dann einfach quasi jetzt in meinem Erwachs, ich ist für mein inneres Kind an dieser Stelle, weil wir durch Zufall vorbeigekommen sind auf dem Heimweg von der TrauerFeier, rausgefahren und da bin ich da essen gegangen.

00:25:45: Cool!

00:25:45: Und

00:25:47: das war, weißt du auch wo ich ausrag so?

00:25:49: Weil diese... Diese inneren Antreiber-Anteile die sagen ja also jetzt nächster Termin und des muss und des muß und dann kommt dieses.

00:25:57: Die verschwinden ja nicht aber die sind in dem Moment sind die so... Sind ja so unfassbar hilfreich unterbrochen weil er dann plötzlich sieht man was oder ist irgendwie liebevoll verrückt genug dann den Blinker zu setzen und zu sagen Jetzt fahre ich daraus Oder jetzt mache ich es so auch nicht ... weiß der auch nicht.

00:26:15: nach jeder Feier, aber manchmal.

00:26:17: Und das zahlt alles auf dieses Konto ein Paar und ich hab... Ja, auch er hat es auf den Punkt gebracht nach dem Traufeier wo's um den Mensch gegen der schwerste Dementielles-Syndrom hatte und gestorben ist.

00:26:35: Der hatte die Familien einen ehrenamtlichen Demenzbegleiter.

00:26:40: Also falls ihr's hört Werner Grüße gehen raus, weil wir haben uns beim Brauer Kaffee noch ganz lang unterhalten.

00:26:47: Und das Familienhilfe und die bieten es an und dann kann quasi der pflegende Angehörige kriegt er mal so drei Stunden Pause und der Demenzbegleiter geht dann spazieren oder ins Kaffe.

00:27:00: So ein bisschen als ich mit ihm gesprochen habe hat.

00:27:03: auch haben wir zu dem Punkt gehabt was macht eigentlich die Demenz Begleitung diese Arbeit mit ihm?

00:27:08: Das fand ich da gab's ganz viel Parallelen zu dem was wir jetzt gerade gesagt haben.

00:27:13: Und dann hat er auch gesagt, manchmal fragt er dann einfach random so die Freunde oder auch die Familien dir begleitet.

00:27:19: So wenn diese gerade in dieser Stressmühle sind, fragte so hast du heute schon was geiles gegessen?

00:27:28: Wie war's Geiles gegessen?

00:27:30: Ja oder hast schon so ja was, was denn.

00:27:32: Oder wenn du worauf hättest den Lust und plötzlich ist und das finde ich hat einen Punkt getroffen dass eigentlich diese Trauerfeier ist ein bisschen wie die Frage jeder Werner formuliert hat quasi also jetzt hast Du heute schon was Geiles gemacht so würd ich es umformulieren.

00:27:48: Hast Du heut schon was Lebendiges gemacht?

00:27:49: hast Du etwas gemacht was einfach unfassbar lecker nach Leben schmeckt?

00:27:55: Hast du heute, kaffst nicht immer so irgendwie so einen Slogan.

00:27:56: Hast Du heute schon gelebt oder sowieso?

00:28:00: Also nicht Ikea wohnst Du noch oder lebst Du schon sondern hast Du heute auch schon gelebte irgendwie...

00:28:06: In Deinem Herz vielleicht fahren wir

00:28:09: ja.

00:28:09: Ja, ja, ja!

00:28:10: Also und das diese Spur die mag ich und die ist schon Die hat schon die Arbeit deutlich befeuert.

00:28:20: Also jetzt zum Beispiel... Zum Glück haben wir ein bisschen vorproduziert für die Folgen, aber ich bin jetzt auch drei Wochen mal verschwindig in der Versenkung, weil ich merke, ich will Zeit und Raum haben, dass Kopf, Geist, Herz und Seele und Körper einfach gut auftanken können.

00:28:37: Und das mache ich auch.

00:28:38: Da verschwinde ich mit der Magdalena.

00:28:39: Ich bin drei Wochen weg!

00:28:41: Dann komme ich wieder.

00:28:41: Aber diese drei Wochen gehören dann dem prallen Anteil vom Leben.

00:28:48: So, natürlich wird vor die Steuererklärung noch abgeschickt und alles so sehr genau.

00:28:54: Stimmt!

00:28:56: Aber dieses... Ich kann es mir gerade auch dadurch viel besser gönnen.

00:29:05: Und ich bin auch so, was?

00:29:07: Wenn jemand dann geile panierte Schnitzel macht und sagt ja auf jeden Fall er sich die... Also schwer geschnallst oder auch dann ... Eigentlich ist alles unter dieser Überschrift, hast du heute schon was Sinnliches gemacht.

00:29:20: Und die ... Ich hab schon auch das Gefühl und das kommt so ein bisschen aus dem Systemischen.

00:29:30: Auch aus der Hypnotherapie war's wo ich bei einem in der Schweiz gelernt habe.

00:29:35: Ich glaube halt eh zu, dann gehen auch da die Grüße raus an Hans-Peter.

00:29:40: Grüeze!

00:29:41: Die sind jetzt bald?

00:29:42: Stimmt Ende Juli Der hat es.

00:29:47: oder wenn er systemisch was aufstellt, dann gibt's manchmal so eine Grundsatzaufstellung.

00:29:50: So zieht sich mehr zum Leben oder zieht dich mehr zum Tod?

00:29:53: Und ich mir so ja... fand ich erst mal sehr knackig als ich das erste Mal gehört habe wie zieht ein zum Tod und zieht sein zum Leben.

00:30:02: und erstmal finde ich die Trauerarbeit hat dazu geführt dass es mich zum leben zieht.

00:30:10: Und das Verlocken der am Tod ist ja auch und es meine ich gar nicht ironisch, sondern es ist auch tatsächlich verlockend.

00:30:16: Weißt du da hast du deinen Frieden?

00:30:19: Das Ruhe kannst du dich ausruhen.

00:30:22: Du hast keine Probleme mehr.

00:30:24: So, das ist doch attraktiv.

00:30:26: Deswegen glaube ich auch hat der Tod eine Attraktion.

00:30:30: aber das Leben ist halt wild und du kannst dann wenn die Endgültigkeit des Todes eingesetzt hat, kannst du halt nicht mehr Pommes essen Und ins Freibad gehen und rumknutschen.

00:30:39: Und ein Buch lesen, in Urlaub fahren über die Schiedsrichterleistung beim Fußball aufregen.

00:30:46: Alle diese Dinge gehören exklusiv zum Leben dazu.

00:30:49: Das fand ich auch so schön weil er dann quasi angeboten hat wenn man aber trotzdem gerade sich sehr erschöpft fühlt dass er gesagt hat du deswegen musst sie ja nicht gleich zum Tod ziehen.

00:30:58: es gibt auch einen kleinen Bruder der heißt Urlaub und jetzt schlafen und er heißt Erholung.

00:31:04: Ist der Urlaub der kleine Puder vom Tod?

00:31:07: Ja, also...

00:31:08: Das ist ein interessanter Gedanke.

00:31:11: Also

00:31:11: weil für manche Eltern vielleicht schon ja das mal... Schau

00:31:15: mal was!

00:31:17: Wenn im Urlaub hast du nicht keine aber weniger Probleme ist auch nur deine kleine Bruder und du kannst endlich dich mal ausruhen.

00:31:23: Du hast keine Erwerbsarbeit die dich gängelt.

00:31:26: Du kannst viel freier bist viel entspannter.

00:31:31: plötzlich entdeckst du Seiten an dir im Urlaub die im Alltag schon wieder verschüttet waren weiß ich nicht, entdeckst du als Paar und Funken miteinander wieder, der mal darauf verschüttet war.

00:31:41: Und alle diese Dinge... und das ist so schön wo man dann sagt ja deswegen muss man nicht gleich dode Sehnsucht entwickeln.

00:31:46: oder deswegen ist die Frage vielleicht will ich halt gerade so nicht leben?

00:31:49: Oder bin erschöpft aber dann mal das Arsenal nutzen und sagen vielleicht mache ich eine Kur, vielleicht gehe ich in Olaf, vielleicht mache ein Zepätikel, vielleicht mach'e ich einfach mal ne Woche lang nix Vielleicht gehe ich einfach mal schlafen, vielleicht gehe ich einmal tanzen.

00:32:03: Vielleicht gehe einfach mal kochen was auch immer für jemanden dann eben die das ist was sich lebendig entführt also die so lang man lebt.

00:32:13: und ich finde auch und ich find auch wir als Trauerrednerinnen und Trauer Redner sind ja schon Agenten fürs Leben.

00:32:23: Und wenn wir das Leben nach erzählen finde ich dann sind wir deshalb Agenten für's Leben weil aller Traurigkeit zum Trotz denen die da sind ja auch vermitteln wollen hey es war doch es war brutal viel schönes da und es bleibt immer noch etwas.

00:32:43: Und das Mindeste was bleibt ist dass jeder sein Leben hat der jetzt hier in diesem Raum ist außer dem Verstorbenen, wenn alle anderen wieder aus diesem Raum rausgehen dann geht ein Leben weiter und das dann neben der Traurigkeit auch so etwas wie Lebenslust und Lebensfreude wieder vorsichtig beginnt sich mitzuentwickeln.

00:33:02: Und deswegen würde ich sagen, sieh mir da schon auch Agenten für Lebenslust.

00:33:08: Eine Sache, die ich auch merke, die sich schon auch geändert hat oder weiß nicht ob es sich verändert hat aber... Es ist mir bewusster geworden und vielleicht auch gerade so in den letzten Jahren wo ja irgendwie viel gesellschaftlich sich auch irgendwie ändert und vielfältige Dinge wie wichtig und wie wohltuend und gut das ist miteinander zu reden.

00:33:33: Und zwar nicht nur beim Trauergespräch, wo man natürlich quasi Situationen miteinander redet und sich ganz viel austauscht, sondern auch immer wieder so daneben hinaus.

00:33:46: Also natürlich wenn man irgendwie drei Stunden zusammensetzt dann redet man auch über andere Sachen.

00:33:51: oder vielleicht am Anfang hat noch ein bisschen eine Ankommensphase oder auch am Ende.

00:33:55: Da sind immer wieder tolle Gespräche dabei Gerade auch vor dem Hintergrund und das finde ich auch sehr schön an den Beruf, dass wir wirklich auch Menschen aus ganz verschiedenen Milieus- und Kontexten treffen.

00:34:08: Also natürlich will ich schon eher sagen, tendenziell eher AkademikerInnen oder Leute die Mittelstand oder irgendwie so natürlich sich das auch leisten können.

00:34:22: Und trotzdem auch verschiedene... unterschiedliche Sachen wählen, die... ...unterschiedliche Ansichten haben.

00:34:30: Die... ...sachen Scheiße finden, die ich super finde, die Sachen... ...superfinden, die Ich scheiße finde so.

00:34:37: Letztens irgendwie zum Beispiel einen.

00:34:39: am Ende hat sich noch ein Gespräch ergeben und da ging es dann irgendwie auch.

00:34:41: Ich habe dann so erzählt oder die haben gefragt wie als in ihre Kinder und ich hab gesagt so und so.

00:34:45: Und dann ah und Schule und spricht man da überhaupt noch Deutsch auf den Schulhöfen ja?

00:34:51: Und da hätte ich jetzt natürlich irgendwie sehr so gleich.

00:34:54: dann Was sollen das jetzt?

00:34:56: Ja.

00:34:57: Und dann habe ich dann aber halt schon gesagt,

00:34:59: ja also

00:35:01: bei unserer Grundschule klar schon einen migrantischen Anteil und so finde es auch irgendwie ganz schön.

00:35:06: Dann sind wir da irgendwie ganz gut ins Gespräch gekommen.

00:35:11: Ich hab schon gemerkt okay, da gibt's schon auch Sorgen natürlich.

00:35:16: Das war irgendwie ein offenes Miteinander und da hab' ich jetzt wenige Orte wo ich mal außerhalb meiner Bubble Irgendwie mit Leuten irgendwie zusammenkomme und da ist schon so ein Trauergespräch, schon einen Ort.

00:35:31: Wo ich jetzt nicht reingehe und dann sage... So die letzten zehn Minuten würde ich gerne noch politisch mit ihnen diskutieren.

00:35:37: Ich habe ja ein paar Aussagen bitte ordnen Sie die von links nach rechts ein.

00:35:39: Das ist ja gar nicht sowas bereitet man ja nicht vor.

00:35:42: aber wenn es sich ergibt, dann ist das wirklich toll und auch so ein Menschenbegegnung zu können den ich sonst halt nicht so begegne.

00:35:49: Das finde ich echt ein tolles Geschenk und das finde ich eine tolle Erfahrung gibt mir auch ehrlich gesagt bei allen Unkenrufen, die man so hört über die Gesellschaft und Spaltung.

00:36:01: Und was auch immer zieht da schon viel Hoffnung raus?

00:36:07: Wenn ich quasi das als Vorlage nehme für eine Schlussgedanken von dir, Fabian, dann würde ich daraus fast sowas wie ein Gedankenexperiment oder also eigentlich ist eine Utopie weil es Realletter nicht stattfinden wird.

00:36:18: aber es wäre finde ich ne coole Utopia dass wenn du eben genau in diesen Von dir beschrieben in Konfliktfeldern von Gesellschaft und Meinungen und Haltung.

00:36:30: Was es bewirken würde, wenn du quasi Menschen zusammenbringst mit der Aufgabe... ...erarbeitet zusammen die Trauerfeier für einen lieben Menschen, der gestorben ist voneinander?

00:36:41: Also quasi wenn du.. In dem Moment wo du das als deswegen eine Utopie weil das natürlich nicht funktioniert deine Breite nicht.

00:36:49: aber das was du sagst heißt ja immer dann wenn du um jemanden triffst auch wenn der in manchen fragen diametral anders zu dir abbiegt oder auch Sachen sagen würde wo du sagst um Gottes willen ja also als privat mensch.

00:37:03: Kriegst du finde ich hast du davor mit ihm die Erfahrung gemacht dass du ihn im Mitgefühl erlebst.

00:37:10: in der Liebe im Erinnern, in der Fürsorge und plötzlich merkst du okay da hat er echt auch... also da gibt es halt Menschen mit schrägen Ansichten.

00:37:19: Aber davor.

00:37:19: hast Du ihn als einen Menschen erlebt, der liebesfähig ist?

00:37:23: Ja!

00:37:24: Der ringt, der wein, der sucht ... das vorher erlebt zu haben verändert dann die Pers... Also es löscht ja nicht aus, was es für schräg Ansichten dann auch gibt.

00:37:34: Aber es verändert den Blick.

00:37:36: also ich merke dann zum Beispiel ich kann dann gar nicht Ich will da gar nicht mehr konfrontativ sein weil ich will nur sagen okay ich leg vielleicht noch etwas dazu aber eigentlich... Eigentlich schätze ich so sehr dass wir gerade was verbinden und das miteinander auf die Beine gestellt haben das dann Ablauf steht, dass da eine Geschichte steht.

00:37:51: Dass wir an einem Strang miteinander ziehen und sagen ja ok stimmt genau.

00:37:55: Das ist eher so.

00:37:55: eier stimmt ich komme nicht aus dem luftleeren Raum gegenüber auch nicht und da biegen wir wohl anders ab.

00:38:03: aber deswegen müssen wir uns ja nicht kloppen.

00:38:05: im Gegenteil wir haben sogar was Produktives miteinander geschafft.

00:38:09: also jetzt die Utopie würde quasi alle die miteinander kabbeln und sich streiten würden die eine liebevollen Zwangskontext haben, indem sie das voneinander tun müssten.

00:38:22: Dann würden sich glaube ich viele Konflikte verändern weil es eben genau dann dieses Erlebnis etwas Verbindes gibt.

00:38:28: aber ja Fabian jetzt mache ich meine Utopiekiste doch auch wieder zu und höre und unterstreiche dass ich das schön finde diese Qualität wie du sie beschrieben hast auch in den Begleitungen zu erleben.

00:38:46: der war auch also das bin ich auch sehr schön.

00:38:48: Das fährt mir jetzt gerade ein, dass wir das sein.

00:38:50: Das war auch so überraschend oder irgendwie weiß ich nicht ... Es war schon so ein cooler Einstieg!

00:38:55: Ich kam da so hin und es war schon... Ich hab mit ihnen am Telefon viel jünger vorgestellt irgendwie Und dann geht sie die Tür auf und in so Wohnung auch ganz rumpelig und so und es hat so ein bisschen auch nach Rauch gerochen So ne?

00:39:06: Dann hast du ja irgendwie gleich so einen... Ich glaube, ich kann das schon ganz gut ausblenden, aber dann irgendwie so Okay.

00:39:12: Und dann setze ich mich so rein glaube ich die erste oder das zweite was sagt ist so, sind sie gestresst Herr Schwarz?

00:39:21: Und dann sag ich wirklich so und da sagte er ein bisschen Gesichtsausdruck.

00:39:31: Ja vielleicht schon so ein bisschen weil ich jetzt gerade hier so noch reingehetzt bin und Parkplatz suche und so und dann war es halt auch gut!

00:39:38: Das fand ich so toll weil das mag ich auch wenn Menschen einfach So direkt sind.

00:39:42: Andere würden das vielleicht als Angriff hier sehen, aber ich finde es einfach so wahnsinnig charmant mit so einer Frage.

00:39:47: Sind sie gestresst?

00:39:48: Das wird mir nicht gefragt und wenn man hat einen Raum zu sagen ja, wenn ich ehrlich bin dann muss die Seele noch kurz nachkommen, das stimmt!

00:39:55: Aber jetzt bin ich da alles gut.

00:39:58: Also das war einfach toll und dann war irgendwie schon das Gespräch so toll.

00:40:02: und am Ende noch so... finde ich schon großes Geschenk, was wir da immer wieder kriegen auch.

00:40:12: Das muss man sich immer wieder auch mal bewusst machen glaube

00:40:16: ich.".

00:40:17: Ja und in die Kategorie vielleicht dieser kleinen mini Lifehacks, die wir ja manchmal am Ende einer Folge anbieten würde ich sagen... Wir machen heute Folgendes Angebot das dass man ja auch ganz ohne Trauerfeier die man gerade erleben oder planen muss random einfach selber in den Friedhof reingehen kann Bank suchen, für einen Moment fahren, Handy auslassen und dann nach fünf Minuten, nach zehn Minuten einfach wieder aus diesem Friedhof rauszugehen.

00:40:46: Und vielleicht auf der Bank sich den ein oder anderen Gedanken darüber machen... Auf wen?

00:40:51: Oder auf was freue ich mich wenn ich jetzt aus diesen Friedhof wieder auf meinen eigenen zwei Beinen rauslaufen darf.

00:40:59: Das ist schick!

00:41:00: Wer es mag macht's gerne und wer es dann auch noch uns erzählen mag wie sie es angefühlt hat noch viel lieber.

00:41:06: Und wer es einfach nur erleben und gar nicht drüberziehen, wir wünschen mir viel Freude dabei.

00:41:11: Und zwar werden wir zwei hören uns nach unserem Urlaub wieder aber wir gucken das natürlich der Rhythmus unserer Folgen gut beibehalten wird und ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Folgen, auf den einen oder anderen Gesprächspartner und die nächsten Spuren, die ich mit dir zusammen im Gespräch entdecken darf.

00:41:29: Ja ich mich auch!

00:41:31: Und wenn's euch liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer... Wenn es euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, das war richtig gefallen hat.

00:41:39: Wie immer dann dürft ihr gerne unseren Podcast abonnieren einen Kommentar da lassen ihn weiter empfehlen uns auch schreiben.

00:41:49: bei allen Fragen zum Thema Trauer Leben Auftritt was auch immer ihr für Fragen habt haut rein und dann hören wir uns wieder in zwei Wochen.

00:42:01: bis bald Fabian!

00:42:02: Bis bald schön wars.

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