Für wen ist der Friedhof eigentlich da?
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu Schön wars dem Gesprächsraum für Leben und Tod Folge Nummer.
00:00:06: Zweiundzwanzig in Folge einundzwannzig haben wir uns Gedanken gemacht, für wen ist denn überhaupt so eine Trauerfeier?
00:00:16: Und
00:00:16: ja,
00:00:17: haben uns da gefragt die vielleicht eher Ist sie für die Angehörigen ist die Inwieweit ist die Für den Verstorbenen wie weit ist die auch vielleicht für uns als Rednerinnen und Redner?
00:00:26: und bei so einer Trauer feiern sind wir ganz oft auf dem Friedhof.
00:00:30: Wir sind beruflich viel auf Friedhöfen und wollen aber heute mal so ein bisschen hinter die Kulissen gucken, wie ist das überhaupt so im Friedhof?
00:00:37: Und deswegen haben wir heute einen Gast da Thomas den du dadurch mit ihm in einem Raum sitzt und ihn auch schon länger kennst als ich vorstellen darf.
00:00:48: Genau Fabian!
00:00:48: Heute geht es um Traum, ein kleiner Traum Herr Walters.
00:00:51: Wofür müssen Sie jetzt aushalten?
00:00:52: Ich schaue schon einmal zu meinem Gast zu unserem Gast rechts rüber.
00:00:56: Heute geht für mich deshalb ein kleiner Traum in der Füllung, weil ich ja schon... Ich habe mal zusammengerechnet es waren in den letzten dreieinhalb Jahren ca.
00:01:05: hundert Trauerfeuern und einen sehr, sehr großen Teil in Tübingen also die verschiedenen Teilorte der Bergfriedhof Und weil ich das so pathetisch angefangen habe Es geht mit Ihnen als Gastentraum in der füllung erweitert dass ich einfach in diesen vielen Trauerfeiern die Friedhöfe sehr gut kennenlernen durfte, ein Stück weit hinter die Kulissen blicken.
00:01:29: Man geht ja dann immer ins ein kleines Kapuflum sich umzuziehen bei Landtöne mitarbeiten und man lernt auch bisschen so die Visitenkarte kennen, die in Friedhof hat.
00:01:40: Und wir haben ja eine Folge schon gemacht wo wir über unsere Lieblingsfriedhöfe gesprochen haben meiner Waage da war aber ganz oft immer viel immer der Bergfriedhof Und dann ist mir auch nochmal klar geworden, naja gut.
00:01:52: Also es muss ja öffentlich Gesichter, Menschen und Köpfe hinter den Friedhöfen geben – auch jetzt in meiner Home Town in Tübingen die sich dafür verantwortlich zeichnen dass sie eine Handschrift haben und das die Universitenkarte haben und dass die schön sind und schön wirken.
00:02:09: Gerade wenn man hier am Bergfriedhof reinkommt sieht man gleich Bienenstöcke Honig vom Friedhof und viele andere Details noch mehr.
00:02:25: Ganz viel von dem habe ich noch nirgendwo sonst gesehen, dann haben wir gedacht wer ist es?
00:02:29: Dann sind wir uns auch bei einer drauf schon über den Weg gelaufen.
00:02:33: und bevor sie jetzt auch endlich selber zu Wort kommen Herr Walter darf ich vielleicht noch über Sie sagen Sie sind, ich glaube gelannter Bankaufmann haben wir gerade vorhin miteinander gesprochen.
00:02:45: Dann war ihn das aber ein bisschen zu trocken und sie haben gemerkt es muss mehr die Natur ins berufliche Reihen rutschen.
00:02:52: Und dann haben sie in Nürtingen Landespflege studiert.
00:02:56: heute würde man glaube ich ganz schnelle Landschaftsarchitekt sagen Aber Landespflege ist schon ein toller Begriff den benutzen wir.
00:03:04: uns sind dann über die Stadt und ich glaube das Hochbauamt und über die Diplomarbeit Beim Friedhof gelandet, nämlich in Stadt Hübingen.
00:03:12: Also quasi der Promi-Friedhof wo die ganzen alten Geistesgrößen liegen.
00:03:17: Fabian übrigens gegenüber von unserer alten Fakultät.
00:03:19: wenn wir in der BIP so getan haben als würden wir lernen dann hat er unsere Blick sich manchmal in die Weide vertieft.
00:03:25: und dann auf deiner Straßenseite... ...von der Bip
00:03:29: im Theologium.
00:03:30: Wann denn das jetzt erzählt?
00:03:31: Weil ich hab dich dort nie gesehen aber erzähl...
00:03:34: Ja
00:03:35: ich habe... Ich
00:03:36: habe so ein Pappkameraden immer von mir abgeteilt, damit es immer so aussah.
00:03:41: Dergleichen den ich für die Vorlesungen übrigens benutzt hat.
00:03:43: aber wir schweifen ab.
00:03:44: und der Stadt Friedhof, den hatten sie damals in ihrer Diplomarbeit beschrieben wie man ihn wieder öffnen kann.
00:03:52: also der war zu dem Zeitpunkt außer Betrieb.
00:03:55: also die Gräber gab's natürlich aber es gab keine gegenwärtigen Bestattung im Märse sind keine neuen Menschen dort beigesetzt worden Und sie haben ihre Diplomarbeit im Sommersemester zweitausend
00:04:08: geschrieben
00:04:09: und dann das zum Projekt gemacht.
00:04:12: Und jetzt spulen wir circa fünfundzwanzig Jahre vor, in denen Sie Leiter im Friedhofsamt waren den Stadtfriedhof wiedereröffnet haben Und alle Friedhoffin-Tybingen mitbegleiten und betreuen, sitzen wir jetzt am Tisch und schauen mit Ihnen eigentlich auf ein Vierteljahrhundert Friedhofskultur in und um Tübingen des Sie maßgeblich verantworten.
00:04:34: Ich bin ganz gespannt mich auf die Reise mit Fabian und ihnen zusammen heute zu begeben und möchte nach einem ewig langen Anlauf endlich sagen herzlich willkommen dann weiter!
00:04:43: Vielen Dank für die Einladung
00:04:46: Herr Walder.
00:04:46: zwei Begriffe, die sich ja eigentlich ein bisschen beißen Friedhof und Amt.
00:04:53: Wie bringen Sie die?
00:04:54: zusammenfühlen du mit Leben?
00:04:58: Gut, Amt muss ja nicht unbedingt nur bürokratisch sein wenn man jetzt immer beim Bürokratie abbauscht.
00:05:04: also mir ist es auch wichtig wir haben natürlich unsere Satzung die der Friedhof eigentlich schon ein bisschen zusammenhält.
00:05:10: Weil man immer wieder merkt, man muss manche Leute auch vor sich selber schützen.
00:05:14: also ich finde ganz ohne Regeln funktioniert nichts.
00:05:17: aber mir schaut jetzt schon immer wieder was man dann auch helfen kann oder wo wir dann auf Angehörige zugehen können.
00:05:24: Also so ganz strikt!
00:05:25: Ich kann den Kollegen in Stuttgart da darf man zum Beispiel nie eine Ohne umbetten oder sonstwas... Also wenn das jetzt manchmal wichtig ist sowas find' ich das auch sinnvoll.
00:05:35: Wir hatten ja jetzt zum Beispiel in Tübingen angefangen in den ersten Garten der Zeit.
00:05:41: Und da hat man irgendwann auch festgestellt, dass eine Frau jetzt nicht wusste auf was sie sich einlässt und die hat dann plötzlich zwei Quadratmeter umgegraben und aus selber gepflanzt wie ein Grab.
00:05:52: Da hat man einfach gemerkt das ist nichts für Sie und habe gesagt ich würde die Urne umbeten, sie kriege ihr eigenes Grab, sie brauche zu ihrer Trauerbewältigung ein eigenes Grab.
00:06:02: Die Frau war jetzt glücklich, die hatte ihr eigener Grab, hat an die Platte mit rübergenommen und kann jetzt dieses Grab pflegen.
00:06:08: Und ich denke, das muss man bei so einer Entscheidung was für ein Grab man nimmt auch immer gut berücksichtigen.
00:06:14: Weil damals war es etwas Neues heute kann man sich anschauen was darf man dort aber ich denke mit richtig weiß auf was man sich einlässt und so machen wir das auf dem Stadtfriedhof dass mir dann den Leuten die Gräber vorher zeigt da sie nicht die Katze im Sack kaufen.
00:06:28: weil ich finde es immer wichtig wenn Sie sagen Trauerfeier ist eher vielleicht für Angehörige.
00:06:32: auch das Grab ist eigentlich für die Angehöre und weniger für Verstorbene.
00:06:36: Ich glaube, die wenigsten haben überhaupt schon mal mit einer Friedhofsleitung oder mit der Friedhofstamtsleitung gesprochen und ich glaub' mit Behörden verbinden auch die wenigste Einzelfallentscheidung.
00:06:46: Oder verbinden jetzt wie Sie es gerade gesagt haben dass da das dann der Amtsleiter sagt okay gegen die Ordnung verstoßen aber ich sehe was des Bedürfnis ist und da reagieren wir einfach drauf
00:06:57: Wie?
00:06:58: Also jetzt frage ich mal ganz ungeschützt Herr Walther warre sie immer schon so liebevoll hemmensärmlich?
00:07:03: wo das sind Sie's?
00:07:04: Oder wodurch sind Sie es denn geworden, so wunderbar auf den Einzelfall reinzugehen?
00:07:11: Also ich war's wahrscheinlich schon immer.
00:07:13: Mein Chef hat mir immer gesagt Ich würde zu viel Herzblut reinschmeißen.
00:07:16: Aber ich denke Friedhof kann man nicht ohne Herzblutt Das ist einfach... Das muss man einfach leben und das merke die Leute auch.
00:07:24: Deshalb war es mir wichtig in die Pleinung, dass der Friedhof einladend ist und dass er auch einen Trauerraum bietet weil ich sage immer, man kann auch einen Friedhof machen, Sportplatz mit Zaunauser um einen Grab am anderen.
00:07:36: aber wir haben ja gelernt, dass das nicht was die Leute wollen und ich denke durch diese Uniformität und ein Grab am Andern sind auch viele ab... gewandert in den Friedwald oder sonstige Sachen.
00:07:47: Nicht weil es dort so schön ist, sondern wenn wir einfach was anderes wollen.
00:07:50: und ich denke das war unser Problem oder ist von vielen Städten vielleicht auch das Problem dass man zu strikt ist und einfach nicht mehr merkt wie früher dass die Leute zu einem kommen müssen egal was passiert.
00:08:02: heute ist mir einfach flexibel und es ist durch die Urne eben passiert.
00:08:06: Man muss nicht mal an den Ort wo man gewohnt hat die ganze Zeit.
00:08:11: Sie haben gesagt Herr Walter, dass sie ganz viel Herzblut reinstecken oder zumindest die Rückmeldung bekommen haben und das auch tun.
00:08:19: Nächstes noch trotz ist ja, wenn man jetzt so wie wir als Trauerredner oder auch Sie als Leiter des Friedhofsamtes beruflich unterwegs ist, sind es nicht gerade Berufe wo die Menschen sagen ach mit dem hätte ich gerne mal zu tun.
00:08:34: Nicht immer so.
00:08:34: wenn wir uns verabschieden nach der Trauerfeier dann sagen die Anführigen Ja.
00:08:38: also ich hoffe nicht dass wir uns wiedersehen so schnell.
00:08:43: Meine Frage ist, was kriegen Sie denn so für Reaktionen?
00:08:47: Wenn Sie jemanden der sie vielleicht neu kennenlernt erzählen.
00:08:51: Was die so beruflich machen?
00:08:53: also eigentlich habe ich immer erzählt nur Ich arbeite bei der Stadt im öffentlichen Dienst weil das Problem des war dass wenn man dann irgendwann doch erzählt hat, wo man ist, egal ob das jetzt auf dem Geburtstag war oder auch immer.
00:09:08: Dann ist es nachher das Thema und das heißt nachher, wenn der kommt wird immer noch über Friedhof gesprochen.
00:09:14: aber eigentlich will man das gar nicht.
00:09:15: Aber die Leute sind doch interessiert Und da haben sie die Chance jetzt so ein bisschen ohne Fall und ohne Betroffenheiten mal jemand zu fragen.
00:09:24: Das merkt man dann immer schon.
00:09:26: Also heute stürzt mich nicht mehr.
00:09:27: Früher habe ich eher nur gesagt, dass ich beim Friedhof bei der Stadt arbeite dann.
00:09:34: Aber so insgesamt schon eher so... wenn ich es richtig höre, so Erleichterung das mir jetzt mal ein bisschen auch entspannt sage ich mal drüber sprechen kann und vielleicht ein paar Fragen stellen kann
00:09:45: Ja, gut.
00:09:46: Es hat sich natürlich auch nicht vermiedeln lassen.
00:09:48: durch meine viele Veranstaltungen und Führungen ist mir doch bekannt geworden.
00:09:51: von dem her bin ich auch froh jetzt nicht in Tübingen zu wohnen weil ich weiß von meiner Vorgängerin oder vom frühere Bestattungsleiter oder der wo das gemacht hat du hast halt überall angesprochen dann und es möchte man eigentlich nicht in der Freizeit so groß Und auch das finde ich sehr ganz gut wenn man nicht aus diesem Ort kommt wo man dann auch arbeitet.
00:10:11: Was
00:10:11: ich noch schön fand da weil dass ihr mir erzählt im Vorgespräch auch dass bei Ihnen eigentlich schon einer der frühesten Berührungspunkte war, quasi neben dem Friedhof gewohnt zu haben oder da oben.
00:10:23: Ich glaube Sie korrigieren mich bitte gleich und das sie auf jeden Fall schon ganz viel auf den Friedhof in meinem schwöbischen Saarier rumgesprungen sind also dass das einfach für sie ein ganz lebendiger Ort war und jetzt machte sie dann quasi als erwachsene Mensch
00:10:38: auch
00:10:39: wieder... Also sie sind wieder auf dem Friedhoff und haben vom Herzblut gesprochen.
00:10:45: Was würde Sie sagen, hat eigentlich der kleine Bernte auf dem Friedhof rumgesprungen?
00:10:50: In Goma-Ringen eigentlich schon damals kapiert was der große Band heute immer noch versucht zu leben und umzusetzen.
00:10:59: Also es war die Oma, die dort gewohnt hat wo ich ab und zu war Und das Thema war eigentlich dass es damals eine Natürlichkeit war.
00:11:07: Man ist immer mit zum Gießen, man hat sich gar nicht viel Gedanken gemacht.
00:11:10: Das ist ja heute das große Problem.
00:11:12: Wir kriegen jetzt ja auch mit wenn jetzt zum Glück manche Leute vor Das sind Trauerfall haben schon hier zu Friedhofswaldung kommen und sich mal erkundigen, dass der Friedhof immer noch dieses große Tabu ist.
00:11:23: Und der Bergfriedhof zeigt es ja da, das fufziger, sechziger Jahr hat man die Friedhöfe weit nach Hause verlegt.
00:11:29: Und damals oder auf den kleine Ortschaften ist halt im Ort um die Kirche herum oder in der Nähe und dann gehört es eben dazu.
00:11:36: Ich hab's auch mitkriegt hier oben bei Schulklasseführungen oder so, dass viele gar nicht wussten haben wo eigentlich der Friedhoff von ihrem Stadttyping überhaupt.
00:11:45: Und es hat sich zum Glück, denke ich insgesamt ein bisschen gewandelt, dass man den Tod nicht mehr so weit wegschiebt wie vielleicht nur vor zwanzig Jahren oder so.
00:11:53: Dass man jetzt auch z.B.
00:11:55: nicht gleich nach zehn Minuten der Bestatter holt zum Abholen sondern einmal jemand übernachten auf der Heimliste.
00:12:00: also das finde ich positive Entwicklung, dass ist nicht mehr nur so tot und dann weg alles aus den Augen aus dem Sinn, dass mir das einfach so natürlich sieht.
00:12:10: Deshalb findest du es gut wenn wir Kinder mitnehmen da auf der Friedhof.
00:12:14: Man muss es immer zur Arbeit.
00:12:15: Ich hatte bis vor drei Jahren noch vier Gräber zum Pflege, das würde irgendwann zu viel.
00:12:21: Das Anpflänze finde ich gar nicht schlimm.
00:12:23: Man muss drei, vier Malerwoche gießen und irgendwann bin ich froh, dass alle Ablaufe sind.
00:12:28: Also mirhin die zwanzig Jahre reicht.
00:12:30: Mir kriege ich die Ruhezeit mit, dass manche nach vierzig Jahren nicht abschließen können und das Grab immer nochmal möchtet.
00:12:37: So zwanzich Jahre ist eine lange Zeit, wo man sich schon verabschieden kann.
00:12:43: Und gemessen an der Frage, die wir uns bei einer der letzten Folgen gestellt haben und für wen ist sie drauf eigentlich da.
00:12:48: Wir haben gesagt aber schaue ich schon am meisten für die Angehörigen in den ganz vielen Aspekten würde ich ihn ganz gerne die Frage stellen nach Walter Für wen glauben Sie es eigentlich der Friedhof?
00:12:58: Also der Friedhoff ist eigentlich für die Anhörigen da erstrangig wegen dem Grab Aber auch so für das ist das weshalb ich die Themen gerne hier entwickelt habe wie Fluss der Zeit Gartenderzeit einfach um auch zur Naherholung jetzt mal in Einführungszeichen, dass auch einmal Leute auf der Friedhof gehen, wo so ein Schnee auf dem Friedhof spazieren würde.
00:13:20: Und das hat mir dann noch einen besseren Bezug wenn dann mal ein Fall eintritt.
00:13:24: Deshalb machen wir ja ab und zu Veranstaltungen wie jetzt aufm Stadtfriedhof am Sonntag.
00:13:28: was sie schrieben die hier liegen Das war auch eine sehr gute Veranstaltung.
00:13:32: einfach über verstaubende, wie jetzt die Familie vom Hermann Kurz, die Dichterfamilie, wo man da ein bisschen nahe kriegt hat.
00:13:39: Dass der Friedhof einfach mehr ist – auch in Kulturort!
00:13:42: Ist im Prinzip die Geschichte der Stadt.
00:13:44: und ich gehe eigentlich überall, wo ich in Urlaub geh auf den Friedhof, einfach zu mal gucken, wie ist es dort?
00:13:49: Und man sagt ja oft auch so, wie die Friedhöfe sind.
00:13:51: So wird auch mit den Lebenden zum Teil Umgang in den Städte.
00:13:55: Und von dem her finde ich der Friedhof eigentlich eine wichtige Visitenkarte auch für die Stadt selber, wo der Friedhoff ist.
00:14:01: Was wären Ihre Top-Trei der Friedhöfe bei denen Sie schon zu Besuch waren?
00:14:06: Also drei nicht aber top eins sind immer noch auf der Zentralfriedhof in Wien.
00:14:11: Weil es dort auch einen Kaffee gibt weil man da auch mit Kutschen drüber fahren kann.
00:14:15: Da gibt's auch nachts zur Veranstaltung mit der Kutsche drüber und diese natürlich noch offenert.
00:14:20: das können wir bei uns... Ich denke die Leute wären nicht so weit.
00:14:24: In den letzten Jahren haben wir mal versucht, ein Friedhofstag zu machen.
00:14:29: Und das sind wir nicht so gut ankommen.
00:14:31: also die wo da waren findet es gut.
00:14:32: ich hatte auch Kutschfahrt übers Friedhofsgelände dann Saatbemale für Kinder Himmelsgröße Luftballons Vogelführung alles mögliche.
00:14:41: aber das ist uns auch bisschen negativ ausgelegt wurde dass die Presse dann sogar einen Tett geschaltet hat ob man das noch absagen soll.
00:14:48: Also so, man läuft dann mit Mabier und marode Wurst über das Friedhofsgelände.
00:14:53: Und ich fand es echt toll!
00:14:54: Das Schulglas hat Kaffee gemacht und Kuh.
00:14:56: Die Feuerwehr hat hinter dem Wirtschaftshof... also es war ein riesiges Programm von morgens um halb acht bis abends ...mit Gospelcore-Konzert um alle mögliche aber das war dann schon bisschen zu viel für viele.
00:15:09: Glauben Sie, wenn ich da mal kurz reinfragen darf dass das heute vielleicht eher funktionieren würde als im Jahr eight?
00:15:17: Also vor fast zwanzig Jahren?
00:15:19: Ich weiß nicht, ich würde es heute gar nicht mehr machen.
00:15:21: So ein riesiger Aufwand war mir da eigentlich etwas enttäuscht weil die wo da waren fand jetzt sehr gut aber sind sehr viele abgehalten worden davon einfach durch die Tendenz wobei was ich interessant fand die haben dann so zwei Studenten oder so von der Presse mal vor den Friedhof gestellt zum Leute befragen wie sie das findet Und nachhin sie tatsächlich Frau gefragt, wie was Sie von Sargbemahler hält und hinterher aber nicht bedacht.
00:15:47: Und hingesehen als die Frau wahrscheinlich Chemo kriegt hat schon weil sie keine Haare mehr hatte.
00:15:51: Und sie hat gesagt, sie wird sich freuen wenn ihre Kinder ihren Sarg bemahlen.
00:15:55: Also dieses Gefühl hat man noch nicht mal gehabt die Frau vor richtig anzuschauen wie es der vielleicht geht oder so.
00:16:02: Also war hochinteressant.
00:16:03: Von dem her machen wir jetzt so kleinere Veranstaltungen, aber es ist auch immer so eine Gradwanderung wo du nicht weißt was hält's aus?
00:16:12: Es gibt ja tolle Veranstaltung wo in München auf die Friedhöfe sind, wo jetzt jemand mit einem Skelett sitzt und was macht.
00:16:19: Aber ich bin mir da immer unschließlich ob das die Bevölkerung aushält oder weil ihr möcht mal jetzt auch etwas Unnötigter Problemes schaffen durch sowas.
00:16:28: nur warum ich gefragt habe, es gab jetzt bei uns im Remsek vor ein paar Monaten zum ersten mal so was wie eine Trauermesse mit dem Titel AD war schee und da gab's eben auch sagbemahlen.
00:16:41: Und ich glaube sogar Probe liegen, was nicht so ein bisschen zu viel war.
00:16:45: irgendwie aber... Ich hab schon das Gefühl dass das auf gute Resonanz gestoßen ist.
00:16:51: also ich glaub schon dass sich da auch viel getan hat.
00:16:53: aber wir kommen nachher noch einmal so ein bischen auf das Thema Bestattungskultur im Wandel.
00:16:59: Sie wollten, glaube ich noch ... Sie haben einen Friedhof genannt der Zentralfriedhof.
00:17:05: Haben sie noch zwei weitere oder ein, zwei weitere die Ihnen gut gefallen?
00:17:11: Also was mir jetzt auch ein bisschen mit einsperren damals gäbe halt Karlsruhe war ja relativ weit aber da finde ich sehr viel umgesetzt worden was vielleicht Ja, nicht der Friedhof erschleckt.
00:17:23: Aber ich passe ja hier auch immer auf, weil ich finde es muss trotzdem noch eine Einheit bilden und ich möchte mir auch jetzt zu viel Konkurrenz auf dem Friedhof selber schaffen oder alles anfangen.
00:17:33: Sondern wir sind uns damals, sagst du, in den Jahren im Jahr für die E-Mass Umweltsertifizierung.
00:17:38: Wir machen Tübinger Modelle in pflänzlich gestaltete Anlagen.
00:17:41: Wir möchten keine Urnerwände aus Betung.
00:17:43: Wir wollen keine Rasengräbe.
00:17:45: Weil da kommt nachher niemand mehr!
00:17:47: Wir möchten einfach gestaltte Trauerräume mit Sitzmöglichkeiten wo die Leute einmal kommen ohne Grabpflege, hinsitzen und einen Kaffee trinken oder zur Buch lesen.
00:17:56: Das war mir wichtig, dass sie angenommen wird.
00:17:59: Aber das mir jetzt sagt gut, wir machen jetzt eine Urnewende für die, wo das wolle, sondern dass man für Tübinger ein spezielles Schaft wie diese pflanzliche Anlage, wo einfach auch wieder abgebaut werden könnte später wenn man es nicht mehr braucht oder wenn das mal anders wäre.
00:18:15: Und was macht denn für Sie einen schönen Friedhof aus?
00:18:21: Also was ich wichtig finde, dass es so ein Rahmen ist und so Räume nicht einfach so Felder wo ein Grab am anderen ist.
00:18:29: Ich war jetzt vor kurzem in Regensburg.
00:18:33: Ich hatte es einfach interessiert was ich da toll finde.
00:18:35: die haben ja das auf dem Friedhof so einen Kaffee was ich hier mal auch nicht vorstellen könne zur Tageskaffe durch die Lebenshilfe wo morgen schon fifteen Leute saßen das waren morgens um halb zehn und schon frühstückt haben und so dort im Friedhof fand ich echt klasse.
00:18:50: Aber dann haben wir einfach die Bestadungskultur dort angeschaut und das hat mich ein bisschen irritiert.
00:18:56: Also, die haben viele alte Gräber noch aber die hatten dann... Also für mich ohne irgendeine Planung, überall so ein paar Holzhäufe aus Totholz und da waren dann ein paar Gräber drum gruppiert.
00:19:09: Da waren irgendwo ein paar Steine.
00:19:10: also das war alles so wie wenn es jemand verloren hätte oder hat mein alte Grabstein ja Holzbrett hingeschraubt wo dann solche Namenstäfeln drauf kamen.
00:19:21: Es war schon einen Versuch was anderes zu machen aber ich fand Man muss auch immer gucken, dass man nachher der Friedhofet kaputt macht.
00:19:28: Weil viele Dinge kann man nicht mehr einfangen.
00:19:31: Ich sehe es jetzt bei Kollegen wo diese reine Rasengräber haben.
00:19:35: Also für Erdgräbern finde ich das klasse Aber für Urner finde ich so Gemeinschaftsgrabstädte einfach besser weil sie haben noch eine ganze Wiese vorliegen mit Andinge.
00:19:44: Da haben viele Kollegen am Anfang auch lacht Wo ich gesagt habe meine Anlage hat Närme.
00:19:48: Jetzt hat jede Anlage überall Närmer Und mir war sehr wichtig diese Ablegefläche Weil viele haben explizit keine Macht und dann hast du noch die ganze Fläche voll liegen mit Andinge, mit Abfallen, mit allem Mögliche.
00:20:02: Und da ist es keine Aufenthaltsqualität mehr und das störe sich dann auch viele Leute.
00:20:06: und durch diese konzentrierte Ablage am Rand, die wir machen, wo dann oft eine Namenstelle ist, konzentrieret sich die Andinge einfach auf dieser Stelle.
00:20:15: Man kann's nicht verhindern jeder möchte was ablegen.
00:20:19: Herr Walters Sie wollen jetzt aber nicht sagen dass sie des romantisches Sektions-Eineunsechzig B Abschnitt zweiundvierzig durch liebevolle, fast romantisch klingende Namen ersetzt haben.
00:20:32: oder wie heißen jetzt bei Ihnen auf dem Friedhof die ganzen Sektionen?
00:20:36: Gut zum Beispiel.
00:20:37: Die erste Anlage Garten der Zeit war vor Abteilung zweiundsiebzig oder Sechszechzig ist jetzt Flüsterzeit Und wir sehen selber, manchmal sucht sich die Angehörige noch eigen in einem Tal der Sonne oder so für den Flusterzeit.
00:20:51: Am Anfang fand ich es wirklich nett.
00:20:53: da haben wir sogar Postkarte gekriegt, adressiert an Flüsterzeit wo man dann ablege sollet.
00:20:58: Oder eine Angehöhre.
00:20:58: das fand ihr eigentlich ganz klasse hat sich sehr bedankt.
00:21:01: sie kann dort schön Yoga machen in dieser Abteilung flüster Zeit und das fand ich schön dass dies angenommen wird.
00:21:07: oder viele andere Städte kamen damals Schwabach bei Nürnberg Donauwirt und haben sich den Flüesterzeit angeschaut.
00:21:13: Und ich sehe es ja, wir haben jetzt die vierte Anlage gebaut von diesem Flüsterzeit.
00:21:18: Wie gut das einfach ankommt?
00:21:20: Wir haben fast zum Teil manchmal drei-vier Beisetzungen am Tag in diesem Flusterzeit.
00:21:25: Also für alle Nettypinger – wie sieht denn der aus?
00:21:27: Beschreiben Sie den mal!
00:21:29: Also was mir halt immer wichtig ist, Philippe, findet sehr schade dass kein Wasser dort ist.
00:21:33: aber mir war's wichtig flüster Zeit zu dieser schlängelnden Trockenbachlauf symbolisiert so das da immerwährende Kreislauf und es gibt ja in jeder Religion, es gibt den Stücks.
00:21:44: Es gibt den Jurten.
00:21:46: Das haben wir jetzt auch bei der vierten Anlage noch verdeutlicht in dem er da anstochen kann aus Tübingen, der ja für Tübinger auch passt dort installiert haben so für den Fährmann und die Überfahrt weil ich finde es immer wichtig so Symbole auch und am Fluss der Zeit stehen dann solche Stehlen die die einzelnen Lebensabschnitte symbolisieren und die Brücke die quer zu den Fluss unmittelbar.
00:22:07: man weiß nicht wann man stirbt nicht wo ein Alter plötzlich für die Angehörigen auch schön, wenn sie eine Symbolik dabei haben.
00:22:16: Oder die Traurweiden, die dann auch noch am Grab stehen und von dem her hat der Fluss der Zeit doch eine große Beliebtheit.
00:22:24: zwischenzeitlich?
00:22:27: Also der Stochakan ist ja noch relativ frisch den konnte ich tatsächlich letzte Woche sehen bin ich tatsächlich nochmal nach Lust nach rausgefahren weil ich fand es nicht so treffende und passende, was Jens ja gesagt.
00:22:37: Metapher.
00:22:39: Und jetzt, wenn ich schon an der Quelle sitze, Walter Wie kamen Sie auf diese wundervolle Idee?
00:22:48: aus dem Baum schnitze lassen.
00:23:13: Das wollte er auch nicht, also der ist doch sehr konservativ aber er isch ja nicht das Mittel und des Maas.
00:23:20: Sie haben ja schon die Postkarte erwähnt, die Angehörige auf den Friedhof geschickt haben.
00:23:25: was war?
00:23:26: Was würde sie sagen zählt in ihrer Erinnerung zu den berührendsten Rückmeldungen, die sich von Angehörigen über diese Idee, den Friedhoff mit Fluss der Zeit, Garten der Zeit.
00:23:37: Stocher kann so zu gestalten wie sie gestaltet haben welche Welche Nachrichten und Rückmeldungen fallen Ihnen dann ein?
00:23:45: Also einfach, dass es ein schöner Ort ist zum Abschied nehmen.
00:23:49: Das finde ich eigentlich immer noch am schönsten auch, wenn das zum Beispiel bei der Anatomie passiert.
00:23:55: Da haben wir ja jetzt seit ein paar Jahren hier oben noch eine Feier, da war ja bisher immer in der Stiftskirche mit den Anatomienohren im Februar die Aussegnung und zwischenzeitlich haben wir jetzt ja im Juli nachdem die Ohren beigesetzt sind weil ich immer gesagt habe Leute des Grabes für die wichtig wo dann zwanzig Jahre die Ohne ist von ihren Angehörigen.
00:24:15: Und da fand ich zum Beispiel auch schön, da hat eine Angehörige zu mir gesagt.
00:24:19: Jetzt kann ich endlich Frieden schließen mit der Entscheidung sich der Anatomie zur Verfügung stellen, da ich weiß dass mein Angehöre jetzt an so einem schönen Ort ist und das fand ich eigentlich insgesamt ein schönes Lob für den Bergfriedhof.
00:24:32: Wenn man jetzt vom Berg, also von Bergfriedhoof... Ich musste immer schmunzeln, als ich festgestellt habe, dass es ja der Galgenberg heißt.
00:24:40: wenn man in Tübingen von Bergfriedhof runter geht in Stadt oder nahe der Altstadt Dann ist ja dort der historische Stadtfriedhof, wenn wir ihn vorher erwähnt.
00:24:49: Sie haben darüber ihre Diplomarbeit geschrieben und wie man den wieder beleben kann.
00:24:53: Und jetzt finde ich schon auch nochmal spannend nachzuhaken und rein zu zoomen.
00:24:59: was fanden sie so reizvoll an dem Gedanken einen, ich nenn es jetzt leihenhaft historisch stillgelegten Friedhof wieder für die Gegenwart und für Menschen die sich da beilassen wollen zu öffnen?
00:25:11: Also was das Spannende insgesamt war, wir haben dort jetzt den einzigen geschützten Grünbestand im Stadtgebiet.
00:25:18: Das heißt unabhängig dass die ganzen Gräber unter Denkmalschutz stehen sind alle Bäume geschützt und müssen auch wieder neu gepflanzt werden wenn sie eingehen.
00:25:28: Und es ist eigentlich toll, das ist ja jetzt das was Maichwild Klimaschutz Anpassung und jetzt schon vorher, dass man da schon soweit war zu sagen auch alle Bäumen gehören unter Schutz.
00:25:40: Und da haben wir damals auch gesagt, unter allen Bäumen nur noch unten.
00:25:44: Weil früher war das nie ein Thema die Bäume sind bis an der Stamm hin mit dem... baggert einen Erdgräber gemacht worden.
00:25:52: Da hat man keine Rücksicht draufgenommen, ob die Bäume alt werden.
00:25:55: und das war auch was vom ersten, dass ich damals mit angefangen habe, dass jeder Baum mindestens acht Meter ein Baum schon berecht bekommt.
00:26:02: Das heißt wir haben nach hier oben auf dem Berg viel Gräber wegfallen lassen, die direkt bis an die Stimme hingehen.
00:26:08: und wie jetzt aufm Stadtfriedhof sind von diesen drei tausend drehundert Gräbern nur noch sieben Prozent für Erdbestattungen zulässig.
00:26:15: Das heisst wenn der Grabstein nicht denkmalgeschützt ist wenn kein Baum drüber ist.
00:26:20: Und das war ich damals schon was Besonderes, dass man dann die Bäume so geschützt hat.
00:26:26: Also ich habe mich auch mit dem Stadtfriedhof also erst mal natürlich dort auch schon dienstlich unterwegs gewesen.
00:26:33: aber ich fand es noch ganz spannend weil ich mit einem ehemaligen Professor mich unterhalten hab
00:26:38: ob
00:26:38: für ihn nicht der Stadt Friedhof in Frage käme War er erstmal überrascht?
00:26:43: ... hat sich das aber durch den Kopf gehen lassen und ... ... hat wohl auch bei Ihnen schon Terminen gehabt, ... ... und hat sich jetzt auf den Stadt Friedhof entschieden.
00:26:50: Und ich habe in dem Zug auch noch mal mit ihm gesprochen... ... und er dann gesagt so ja da gibt es irgendwie ganz tolle Ideen,... ... da man kann auch historische Grabsteine quasi wieder verwenden.
00:27:00: Ich weiß nicht was dieses richtige Wort Abcycling Recycling also wo quasi eine Seite,... ... die noch unbenutzt ist gestaltet wird?
00:27:07: Aber ich mache jetzt den Mund zu Herr Walther wie nutzt man Grabsteinde doppelt... ...und wie schaut es konkret auf dem Stadt Friedhofer aus?
00:27:15: Also wir haben für alle drei Tausend, Dreihundert Grabsteine eine Handlungseinweisung.
00:27:20: Aktuell das ist auch immer jeder denkt man darf nicht auf den Stadtfriedhof.
00:27:24: aber wir haben noch Achtzehnhundert Gräber die wir für Ohrenbeisetzungen vergeben können.
00:27:30: Wobei man muss sich eben an den Denkmalschitz halten.
00:27:33: Das ist ein Problem und viele wollen halt eine Erdbestattung.
00:27:36: Aber die Erd bestattungsgräber sind eben am Anfang der Wiedereröffnung schon über ne Patenschaft Familien gegangen.
00:27:44: Also das ist auch das Besondere gewesen, dass man auf dem Stadtfriedhof pflege Patenschaften machen kann.
00:27:49: Das ist die Option, man pflegt das Grab und im Todesfalgen hat man.
00:27:53: dann kann man dieses Grab erwerben.
00:27:54: für sich selber also das heißt um Hüllerlin oder Ulandrum sind alle Gräber schon gleich am Anfang weg gewesen.
00:28:01: Manche haben da so einen drinnen so nah wie möglich an diese besonderen Gräber zu kommen.
00:28:06: Aber das ist uns auch wichtig, es gibt einen Plan und da ist für jedes Grab eine Handlungseinweisung drin.
00:28:12: Manche Grabsteine kann man drehen und wie Sie sagen wieder beschriften allerdings die gleiche Schrifttype wie auf der Rückseite.
00:28:19: oder wenn jetzt da Das Geburtsjahr und Sterbejahr steht, darf man nur das nicht auch noch Tag und Monat.
00:28:24: Also es ist eigentlich relativ einfach, man muss sich halt einen drauf einlassen oder an manchen Grabstein kann man gar nichts machen.
00:28:31: da kann meine Zusatzplatte dann machen aber gleiches Material wie der Stehende Stein und die Beschriftung eben auch wie Skrab dass das sich nicht verändert.
00:28:40: Aber ansonsten kann man das genauso nutzen.
00:28:43: Und was ich immer sage, im Prinzip, man bekommt den Grabstein und die Grabaustattung von uns kostenlos überlassen für die Zeit, die man sonst teuer kaufen müsste.
00:28:52: Also von dem her ist der Stadtfriedhof schon etwas Besonderes.
00:28:55: Jetzt hat er ja seit März sogar ein eigenes Friedhofsmuseum, was ich bisher jetzt auch noch vom Zentralfriedhof in Wien kenne.
00:29:02: Das gibt es nicht in jeder Stadt!
00:29:04: Genau ist lange gerade schon so ein bisschen an, also es gibt natürlich die Möglichkeit einer Erdbestattung.
00:29:09: Es gibt die Möglichkeit eine Ohn-Bestattung was ja auch sage ich mal in der Geschichte der Bestattung eine recht neue Entdeckung ist würde ich mal so sagen also die Ohnbestattungen und natürlich auch mehr und mehr wird.
00:29:24: es gibt aber natürlich immer wieder neue Bestattungsformen die da so aufpoppen.
00:29:30: eins über das wir im Vorfeld gestolpert sind Thomas du hast mich da draufgebracht, uns da drauf gebraucht ist das Modell der sogenannten Re-Erdigung.
00:29:38: Wo man innerhalb von vierzig Tagen auch eine sehr biblische Zahl natürlich innerhalb von fünfzig Tage wird quasi der gesamte Körper zersetzt und dann zu Erde.
00:29:50: Das wäre jetzt meine Frage.
00:29:51: Wir haben gerade zwei sehr klassische Bestattungsformen angesprochen.
00:29:56: wie sehen Sie denn ganz persönlich auf solche Entwicklungen?
00:30:00: Da braucht man ja irgendwann vielleicht gar keinen Friedhof mehr.
00:30:04: Also ich würde es eher schwierig sehen, weil das sehr wir machen müssten.
00:30:07: Auf dem Friedhof müsste er das stattfinden und da wären dann diese Badewannen ähnlichen Gefäße wo ja auch jemand öffnen und schließen müsste.
00:30:15: also Ich kann mir das nicht so vorstellen.
00:30:18: Und was da übrig bleibt, da bleiben die Audigern sich noch übrig Das wird ja dann auch beerdigt.
00:30:23: von dem her Kann man doch auch die Zeit nutzen.
00:30:26: diese zwanzig Jahre also ich finde es Schwierig
00:30:32: Hört es richtig aus, so ein bisschen ist ihr Punkt grad.
00:30:34: Warum eigentlich so massiv beschleunigen wenn man's auch einfach der Zeit überlassen kann?
00:30:41: Da find ich's eher dass man noch mehr vielleicht gucken sollte dass man jetzt auch mehr Rücksicht nimmt, was die Kleidung betrifft.
00:30:50: Wer kontrolliert es immer noch?
00:30:51: Dass man da keine Kunststoff-Sachen bringt oder so?
00:30:54: Weil man sieht Strümpfe, die aus Kunststoff sind nach vierzig Jahren noch raus... Was für mich ein großes Thema ist, sind die Ohren, wo eigentlich nicht vergehen.
00:31:05: Also ich bin gespannt.
00:31:06: wir haben jetzt die erste Anlageflusterzeit von zwei tausend fünf Die läuft jetzt ab und da bin ich gespannt, wenn wir dann sieberhundert Ohne rauskriegen, wo die Asche wieder begraben müssen.
00:31:17: Und diese ganzen Ohnen entsorgen?
00:31:20: Das sind für mich eher Themen, wo man vielleicht künftig mehr überlegen sollte.
00:31:24: Gehe ich mehr in das Thema, dass sie wirklich abbaubar sind innerhalb von ein paar Jahren.
00:31:30: Also da sehe ich noch große Möglichkeiten, dass man es auch beschleunigen kann.
00:31:34: Weil dann oftmals nach zwanzig Jahren vielleicht die Holz ohne ein paar Löcher hat.
00:31:39: Die drumherum ist die Schmuckurne, aber dann die eigentliche Aschekapsel noch da.
00:31:45: Da macht man sich noch ein bisschen keine Sorge.
00:31:48: Es hat erst vor zwanzig Jahren angefangen mit dieser ganze Urne und Über-Urne.
00:31:53: Wenn ich denke als ich angefangen habe, hatte mein Tübinger dreht zwanzich Prozent Urnerbeisetzungen.
00:31:58: Aktuell haben wir siebzig Prozent.
00:32:00: Also das hat sich fast gedreht er zu Urne.
00:32:03: Und ich denke, da kann man vieles auch noch ökologisch betrachten.
00:32:08: Ich fand auch noch interessant.
00:32:09: Also ich meine, das was ich jetzt Ihnen sage Herr Walter ist lerne ich auch vor allem dadurch kennen dass sich eben die Angehörigen fragen wie machen sie es denn mit der Beisetzung?
00:32:18: und dann eben klar ganz oft Beisetzungen am Friedhof da natürlich auch im Friedwald aber eben manche sagen dann auch Tree of Life.
00:32:26: also in dem Fall habe ich das jetzt so verstanden, dass dann die cremierte Asche in die Niederlande kommt.
00:32:32: In eine Baumschule eingearbeitet wird und in den Dünger für den Baumsetzling zurückkommt und sich dann auch Angehörige dem Baum zu Hause pflanzen also wo quasi der Friedhof gar kein Ort mehr ist wie abgesehen davon das Angehöhrige tun sollen was ihn gut tut.
00:32:50: Was spricht aus ihrer Sicht persönlich wie kulturell nach wie vor für den Friedhof als Beisetzungsort?
00:32:57: Für mich habe ich am Anfang auch gefreut, wo es dann vielleicht der Friedhofzwang für ohne gelöst wird.
00:33:03: Aber wir kriegen ja täglich mit wie sich die Angehörige oft auch noch ums Grab streitet oder sich gegenseitig Blume wegschmeißen.
00:33:10: Aber ich finde einfach ein friedhofischen öffentlicher Ort.
00:33:13: viele haben Streit und da kann ich hin jemand besuche Wenn der im Garde ist, zum Beispiel habe fünf Kinder.
00:33:22: Der älteste bekommt jetzt die Ohne in seinem Garde oder auch diesen Tree of Life sagt aber ihr dürft mein Garde nicht mehr betreten.
00:33:28: ich finde es da nehmen wir praktisch den Angehörigen ganz raus aus der Gesellschaft und Friedhof ist ein öffentlicher Ort.
00:33:35: man kann bei uns nachfragen wo er bestattet Natürlich, wenn er dann halb anonymen wie im Fluss der Zeit ist.
00:33:42: jetzt die Angehörige wohnt ungefähr des Grabes.
00:33:44: Aber man hat doch ein Ort und weiß in dem Bereich ist die Urne beigesetzt.
00:33:48: aber ich denke halt dass sich die Leute über die Urnee eher noch wieder schade zufügelt oder sich gegenseitig traur erschaffet also selbst auf den Friedhof.
00:33:58: wir hatten es auch schon Der Vater hatte an der Grabstein von einem Kind am Tag vom Geburtstag weggemacht.
00:34:03: Die Mutter steht am nächsten Tag mit Blumen am Grab vom Kind und das Grab ist abgeräumt Immer, mir konnte es nachher wieder herrichten.
00:34:11: Sie hat dann den Grabstein wieder Herklage können und wir hinsichtlich aufgestellt.
00:34:15: aber das sind Dinge da könne die Leute sich auch selbst auf dem Friedhof Schaden zufügen Und das finde ich eigentlich furchtbar wenn man sowas macht.
00:34:22: Ja eben auch nochmal Das passt auch zu dem Gedanke Wem gehört der Tote also auch da Da den Friedhof als einen Ort zu sehen Der dadurch dass er öffentlich ist eben für viele oder für alle auch zugänglich ist und dann nicht in der Tote rutscht, dann nicht... ...in einen Privatbesitz.
00:34:41: Oder auch in so eine Halböffentlichkeit.
00:34:46: Ich habe eingangs ganz kurz den Eindruck gehabt aber vielleicht war er auch falsch, dann korrigieren Sie mich bitte Herr Walter ich hab den Eindruck gehabt sie mögen unwenden nicht so sehr.
00:34:57: wenn ja warum?
00:35:02: Also für mich sind es sage ich immer so schön Briefkästen, wo man dann davor steht zum Zwiesprache halten finde ich es sehr schwierig und wenn mir die Urnenwand ja nichts bringt.
00:35:13: Also die Angehörigen denken viele, was sich jetzt nicht damit befasst hat die Urne ist wie durch Zauberhand nach zwanzig Jahren da weg.
00:35:20: aber ich hatte jetzt eine Kommune, die mir angerufen hat, die habe ich jetzt neu vor fünfzehn Jahre Urnenwende aufgestellt und haben jetzt festgestellt, was mache ich mit den Urnen?
00:35:28: Die sind abgelaufen.
00:35:29: Wohin?
00:35:29: Dann habe ich gesagt, da müsste irgendwo ein Loch machen auf dem Friedhof und die Urne dann beisetzen.
00:35:34: Und von daher finde ich das eigentlich quatscht.
00:35:36: deshalb bin ich es gibt ja auch für Baumbestattungen solche Aluminium- oder Edelstahlröhre.
00:35:42: aber ich hab schon immer von Anfang an gesagt, ich möchte dass die Urna deine Enterde kommt und das möchte die Leute auch.
00:35:48: man möchte ja wieder zu Erde werden oder vergehen und er möchte in kein Metallrohr, möchte in keine Bettung rohren.
00:35:55: Und ich finde es auch schwierig da davor zu stehen und irgendwie, weil dann sieht man auch nie eine Bank vor so einer Urnenwand.
00:36:02: Weil jeder denkt, da kommt eh niemand mehr.
00:36:04: Aber man sieht ja die Leute beladen die Urnenwände mit Andenken also das Bedürfnis ist da genauso da aber man schafft gar nichts wo die Leute sich da richtig verabschiedet können.
00:36:15: Es gibt ja auch andere, z.B.
00:36:16: in Form von Pyramide oder so, wo in der Mitte eine Loch ist und dann fährt die Urne, wenn die fünfzehn Jahre rum sind, aufhören die Mitte und dann fällt sie runter in so ein großes Loch.
00:36:26: Also ich finde es schwierig!
00:36:27: Wenn man jetzt sowas nutzt, wenn man eh eine Mauer bräuchte und die dann verwenden könnte zweifach indem er sagt für Urne... und zum den Friedhof einfrieden, dann findet es in Ordnung.
00:36:39: Oder im südisch das Jahr üblich, wo man einfach nicht viel Platz hat.
00:36:42: Aber mir hindere jetzt durch das dass die Erdbestattung zurückgeht eher wieder Platz- und Fläche, wo wir denn ja auch nutzen können, dass man dann nicht nur in die Höhe geht sondern wirklich dann auch im Boden.
00:36:52: Ich finde ihr Urne gehört genauso in Bode wie jetzt der Sarg auch.
00:36:57: Ich erinnere mich ganz berührend an eine Situation, wo sie Urnenwand war und wo auch dann Teiledangehörigen gesagt haben Also noch so, quasi kurz bevor die Trauverlust ging und gesagt, Herr Knüller was passiert da mit oder ohne drinnen?
00:37:09: Habe ich gesagt ja was meinet ihr was denn passiert.
00:37:11: Ja hat die Verrottet?
00:37:14: ja netter drin, sage ich genau wie soll sie denn auch verrotten?
00:37:17: also irgendwann kommt die daraus und dann muss die Stadt entscheiden wo sie sich dann nochmal separat beisetzt.
00:37:23: Sie muss ja auf dem Friedhof bleiben!
00:37:28: Vorhin haben Sie auch gesagt, Herr Walter, das Verhältnis Erdbestattung zu Ohne hat sich komplett gedreht.
00:37:33: Also über siebzig Prozent Unbeisetzungen im Vergleich zu den Erd Bestattungen.
00:37:40: können Sie jetzt im Rückblick über die fast fünfundzwanzig Jahre sagen was macht man heute im Vergleich zur der Zeit in der Sie angefangen haben eigentlich nicht mehr?
00:37:50: Was ist weggefallen und was ist dazu gekommen?
00:37:54: Also ich finde eher, dass Merde zugekommen ist.
00:37:57: Weil früher war es Usus, Traur feiert zwanzig Minuten, ging ein Skrab und fertig.
00:38:03: Heute ist vielleicht eher so das mit zwei Feiern hat also heute wird es mehr zelebriert habe ich so der Eindruck, dass vielmehr auch überlegt wird wie kann das sein?
00:38:14: Weil früher waren es üblich zwei drei Lieder von der Orgel und dann der Ausgang ins Grab und das ist einfach hat sich total geändert Und das finde ich auch schöner, dass es einfach persönlicher wurde ist das Ganze.
00:38:25: Weil wie Sie gesagt haben, das ist für die Angehörige oder am Anfang mir war eigentlich auch gleich dabei, dass man überall dann diese Musikanlage, dass wir was abspielen kann.
00:38:35: Ich fand's tolle.
00:38:35: Frau hat dann gesagt, diese vier Lieder hat sie jetzt im Auto und hört es immer und da ist es für sie einfach eine schöne Erinnerung an die Traurfeier und so.
00:38:45: Also der Aufwand, finde ich, hat sich sehr verstärkt gegenüber früher.
00:38:50: Die Leute fragen öfters, die kommen öfter.
00:38:53: Sie möchten mehr und das ist auch in Ordnung.
00:38:57: aber es hat sich schon entwickelt.
00:38:58: Früher hatte man nie eine Staffelei gebraucht oder einen Kondolänztisch oder vielleicht gerade mal den Bürgermeister gestorben oder so.
00:39:05: Aber heute auch ein Leinwand oder Bilder zeigen wobei ich immer finde sowas ist auch schön nachher beim gleiche Schmaus wenn man dann eher in der Runde sitzt und lässt ein Fotos vom Verstorgen oder so laufen weil ich finde, überfrachtet ist manchmal auch zu viel.
00:39:23: Aber es hat sich durchaus viel mehr entwickelt.
00:39:26: an Zeremonie und was man möchte oder die Grabauswahl ist auch mehr geworden.
00:39:32: also früher wurde die Gräber eben zugeteilt.
00:39:35: das ist in manche Orte heute noch so'n.
00:39:37: aber heut verlangt mir schon auch mehr Dienstleistungen.
00:39:41: wir sind eigentlich auch Dienstleister als Friedrichsverwaltung bei der Kommune
00:39:50: Als wir vorhin auch über das Thema... ...zweitausendacht und dieser große Veranstaltungstag auf dem Friedhof mit Feuerwehr, Grillt.
00:39:57: Und man kann in Kaffee trinken oder über den Friedhof laufen.
00:40:01: wo sie gemerkt hat es stößt irgendwie auch zumindest auch in der Berichterstattung damals Aufwiderstand.
00:40:09: würde sie jetzt mit dem Blick von ihrer Erfahrung sagen Sind Menschen eher entspannter geworden im Umgang mit dem Tod oder sind sie eher krampfiger geworden?
00:40:25: Ich glaube, das hängt doch auch von der einzelnen Persönlichkeit ab.
00:40:29: Also es gibt Offenere die sich ÖVH vorher schon mit beschäftigt haben und die wo es halt immer gibt, wo Tod immer von sich weghaltet.
00:40:37: wenn's dann im eigenen Familienkreis eintritt bricht alles zusammen weil man das öffacht.
00:40:42: Es gibt es nicht und es ist immer weggedrängt worden.
00:40:46: Aber insgesamt denke ich, dass das auch in die Medien mehr berichtet wird drüber.
00:40:51: Oder jetzt habe ich zufällig gesehen von so einem jungen Bestatter wo immer wieder erklärt was ist wie und warum und so... Dass es doch eher mehrere Themen geworden ist.
00:41:03: Und man sich vielleicht auch mehr unterhält im Freundeskreis.
00:41:06: Also ich fand's interessant von meinen besten Kumpelfrüren sind jetzt die Mütter verstorben oder von allem der Vater und Mutter Und dann hinst du dich noch an der Halde, was war das beim Bestatter?
00:41:17: Was hast du gebraucht und so.
00:41:19: Also dass man sich einfach mehr austauscht da drüber.
00:41:21: Ich glaube früher hätten wir über dieses Thema jetzt gar nicht austauschen mit anderem.
00:41:27: Mein Eindruck ist auch, dass das so das Thema auch etwas denke dauert leut oder so.
00:41:32: wie zieht man es sich an?
00:41:34: Oder guck jetzt hat Modeschau Beerdigung oder Friedhof als Modeschauer oder Regionen wo alle heiligen ganz ganz großes.
00:41:42: Das finde ich's glaub ich.
00:41:44: auch habe ich auch den Eindruck geschwäniger geworden, dass oft auch Menschen sagen, komm bunt entspann dich.
00:41:55: Mir seht es nicht flapsig aber mir sehe das ohne Stock im Hintern.
00:42:00: Ist das auch was, was sie so unterschreiben würden oder sieht sich ein bisschen anders?
00:42:07: Doch!
00:42:07: Ich finde auch, dass es also mehr entspannen wird ist nicht mehr so konventionell.
00:42:12: die Vorschrifte Wobei, was ich immer wieder feststelle jetzt auch seit Corona – was ich irgendwo schade finde ist das immer mehr kommt.
00:42:20: Wir haben im Engschenkreis Abschied genommen, dass man so die Öffentlichkeit ausschließt und es habe jetzt auch schon bei einen Gehörigen mitgekriegt wenn die nachher gefragt werden wie geht's deinem Vater oder so und dann tödlich beleidigt sind, damit weißt du, dass der historisch ist.
00:42:34: aber viele bringen da Quetodes an Zeige mehr und ich gehe halt auch davon aus.
00:42:39: Ich kenne den Freundeskreis von meinen Eltern nicht gar nicht Und dann bringe ich nachher lieber, also auch wenn ich jetzt keine Trauerfeier vielleicht mache.
00:42:46: Aber ich finde Todesanzeige oder so ist schon wichtig.
00:42:49: Dass man einfach signalisiert nach Hause derjenige gestorben.
00:42:52: Weil ich finde es ist das Mindeste was wir machen können und ich find's auch schade wenn man so gegenseitig Leute ausschließt von einer Trauer Feier.
00:43:00: Wenn die Arschlöder Auftrag kriegt und sogar ein Foto in der Bruder kommen müssen wir den Entferner von der Trauer feiern und solche Geschichten.
00:43:06: Also am einen ist das nicht unsere Aufgabe, dafür halt öffentlich einladen.
00:43:10: Und ich muss auch sagen, ich weiß viel Familie wo Streitigkeiten sind.
00:43:14: Aber ich denke die Stunde kriegt jeder vorbei und dann hat man die Möglichkeit geschaffen dass jeder wo möchte Abschied nehmen kann.
00:43:22: und ich finde das muss mal nicht zugestanden.
00:43:24: Wir hatten schon Leute da sind drei Tage die Geschwister rumgelaufen weil sie wusste das wohl die Traur verjürgen wann ist.
00:43:30: aber sie durfte dazu und haben mir auch gesagt der Auftrag heber will es nicht wir können ihnen nächste Woche zu sagen, wo es gerade ist oder so.
00:43:39: Aber ich finde das schon furchtbar!
00:43:41: Oder jetzt hat man eine Art Ausweichtrauerfeier hier, weil die Verwandtschaft alle nicht teilnehmen durfte bei der Trauerfeiernbeisetzung von ihrer Schwester?
00:43:50: Weil da jemand das nicht wollte und ja... Ich finde das schade irgendwo.
00:43:58: Ja, weil auch eben der Tote eben nicht nur den engsten Angehörigen gehört und das haben sie auch nochmal ganz schön deutlich gemacht an den unterschiedlichen Stellen.
00:44:09: Wir haben uns eine sehr schöne Schlussfrage überlegt.
00:44:13: Vielleicht finden Sie die auch gar nicht, aber sie ist latent philosophisch.
00:44:16: da kommen halt die zwei... Da kommt halt der Geisteswissenschaftler in uns beiden durch.
00:44:20: und mit dieser Schlussfrage wenden wir uns dann nochmal an Sie Herr Walther.
00:44:25: Ja wobei ich tatsächlich gerne noch eine Frage kurz zwischenschieben würde an Sie liebe Herr Walter deren Antwort mich tatsächlich noch interessiert.
00:44:34: Was macht denn für Sie?
00:44:35: Eine Trauerfeier aus, bei der man danach vom Friedhof geht und sich denkt schön war es.
00:44:43: Das ist echt eine gute Frage!
00:44:47: Also ich denke zumindest, wo man einfach spürt dass er Harmonie ist oder das es einfach auch passt des Ganzen, dass es vielleicht ja für der Angehörige ist und für die Trauerenden oder für die Angehöhrigen.
00:45:02: Also ich finde es halt manchmal schade, wenn du jetzt eine normale christliche Trauerfeier hast und jeder predigt über den Drei-Zwanzig-Stöpsel halb.
00:45:10: Und du weißt nachher gar nicht um wen ging's jetzt eigentlich oder so?
00:45:14: Immer gut gibt auch Verwandte die wollen nicht das mit der ganzen Biografie darstellen aber ich find' Es geht ja schon um den Verstorbenen dass man vielleicht so grob wenigstens den beschreibt und das dann einfach das ganze Rund ist in sich auch Aber sonst ist es wirklich schwierig.
00:45:32: Was ich jetzt interessant fand, die habe ich als der Herr Knöller mal gehört bei ihrer Beisetzung und was ich interessant fand war jetzt da für mich eher der Moderator finde auch mal eine ganz andere herangehensweise dass man das einfach auch die Angehörige und so mehr einbezieht.
00:45:49: also was ich schwierig finde mir hat er schon einmal Eine Beisetzung, da hat er verstorben.
00:45:53: Ich sei ganz ihr Beisitzungsschrieben und wollte noch dass das runtergläse wird.
00:45:58: aber Das wirkt dann auch komisch weil er hat sich da jetzt schwer gelobt und so.
00:46:02: Aber ich finde es ist auch schwierig wenn du selber das dann Schreib schon jemand anders muss das dann für dich runterlässt.
00:46:09: also man muss es vielleicht aufnehmen Und dann gleich ein Wand mit beamer oder so Dass man dich ja dann selber damit sieht.
00:46:15: aber dass das fremde dann macht.
00:46:17: Und was ich halt auch wichtig finde, dass man auf die Wünsche der Angehörigen eingeht.
00:46:22: Kriegen wir leider auch immer wieder mit das.
00:46:23: dann heißt er mir hätte gern auch ein Lied wollen aber der Pfarrer möchte halt singen.
00:46:29: Wenn halt nur ein paar Leute da sind und die jetzt singen möchtet findest du es immer schöner.
00:46:33: Man lässt jetzt etwas vom Band laufen weil das ist ja schlimm wenn danach zehn Leute aussitzen müssen singe Und ich finde irgendwo muss man da einfach Zwischenlösung finden.
00:46:43: Manche machen das auch gut, viele Pfarrer machen es gut aber manche die bestehen auf den Alter Ritus und ich find' dass kann man immer dann die Leute aufzwingen weil dann ist's für die Leuten auch keine Hilfe was eigentlich die Traurofall ja sein soll.
00:46:58: Das vielleicht noch als kleines mit der Waldkapelle.
00:47:01: Als wir die ja eröffnet haben, das war für uns so ein Herzensprojekt von meiner Vorgängerin und mir.
00:47:06: Das ist jetzt auch nächstes Jahr zwanzig Jahre schon.
00:47:08: Könnte man sich heute gar nicht mehr vorstellen weil sie fast doppelt so oft genutzt wird wie große Halle zwischenzeitlich.
00:47:14: Weil wir auch gesagt haben wenn man da jetzt nicht mitgeht dann findet es nachher außerhalb statt im kleinen Rahmen.
00:47:20: Und da war damals die Eröffnung und die damalige Dekanin hat dann gesagt dass ist mir zu wohnzimmerhaft.
00:47:27: Und dann haben wir uns zuerst geregert und gesagt, das war ja das was man wollte.
00:47:30: Diesen Ofen mit dem Feuer, dieses Heime-Liege.
00:47:33: Wir wollten hier ein schöner Ort schaffen wo sich die Leute aufgefangen fühlen.
00:47:37: Aber zuerst haben wir es geregiert weil ihr das zu wohnzimmerhaft ist.
00:47:41: aber das wollen wir ja dass man sich da daheim fühlt weil das einfach der letzte Raum ist wo man sich verabschiedet hat.
00:47:47: Also wo auch die Kritik quasi zur Auszeichnung geworden ist, weil ja und ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen.
00:47:53: Es sind ganz schnuggelige Kapelle Holzbau... ...aus zwischen all dem Baum bestanden.
00:48:01: also es ist wirklich das Gefühl von Malkapelle Und wenn man grad im Herbst und Winter reinkommt und sie hängt den Ofen ankeits und dann prasselt er einem Kamin in Feuer und plötzlich wird das worauf man zuläuft isch warm und nicht kalt.
00:48:18: Und dann auch die Optik, da verlieren sich halt fünfzehn Personen nicht.
00:48:22: Wenn es eine kleinere Trauergesellschaft ist oder auch fünf Leute, die sich dann versammeln und das Gefühl, der ist für mich gesorgt.
00:48:29: Da gibt's ja Glöckle!
00:48:30: Es ist hier schon schöne Musikanlagen drin.
00:48:32: Das ist ja ganz bezaubernde Energie.
00:48:34: und wenn man dann manchmal nur draußen so Schneefeld... Fabian, als du vorhin gefragt hast so was brauchte.
00:48:41: Schöne drauf vorher ja?
00:48:43: Also wenn dann solche Faktoren also die geplanten und umgeplanten zusammenkommen und Wahlkapelle kann ich in Tübingen ganz einfach nur wärmstens sprichwörtlich auch durch den Ofen ans Herz legen
00:48:55: Wohnzimmerhaft Das finde ich wirklich ein sehr schönes Wort Und das ist vielleicht eine ganz gute Überleitung zu unserer jetzt auch wirklich letzten Frage die wir An Sie haben, liebe Herr Walter.
00:49:09: Was haben sie denn vom Friedhof und von Ihrer Arbeit auf dem Friedhof über das Leben gelernt?
00:49:17: Also vielleicht wäre es gut, man würde noch mehr davon lernen.
00:49:19: aber eigentlich schon nutze den Tag.
00:49:22: Man kriegt einfach mit.
00:49:25: Man könnte vielleicht nur mehr draus machen weil manchmal im Stress vergisst man's dann wieder an sich zu denken.
00:49:30: Aber man hat schon immer... man sieht die gleichen Geburtsjahre gegen wie man selber.
00:49:37: Ich sage immer wieder, du ärgerst ihn nicht.
00:49:40: Du kannst morgens schon tot sein und das sollte man sich insgesamt mehr zu Herzen nehmen.
00:49:47: Weil es kann so schnell vorbei sein und manchmal Respekt vor einigen... Das war vielleicht für mich das Bewegenste in den ich bin für zwanzig Jahre.
00:49:55: Ich hatte mal eine Grabo-Svalentäre-Dinge.
00:49:58: Da kam der Mann und hat gesagt er hat sich seinen Grabstein selber gemacht also das ist wie eine Art Sonne aus Glas Und hat dann gesagt, er möchte mit mir einen schönen Platz aussuchen.
00:50:09: Weil da soll die Sonne durchscheinen und wo man da unten war, hat der dann plötzlich sein T-Shirt klopft?
00:50:16: Dann waren da die künstliche Ernährung alles also erst eine Woche später gestorben oder so.
00:50:20: aber dabei auch so viel Courage dann noch meinen Grab rauszusuchen.
00:50:26: wenn du wirklich siehst ich habe jetzt künstlige Ernährungen ich kann kaum mehr laufen ich bin abgemagert Und wenn ich da vor Beilauf an dem Grab auch heute noch, das ist jetzt auch schon über zehn Jahre her.
00:50:37: Denke ich immer, wenn ich dieses Glas sehe, dass diese Sonne, wo die Sonne durchscheint irgendwo... Das ist schon alle Achtung, wenn du so dein Tod praktisch ins Auge sehen kannst.
00:50:49: Ich weiß nicht ob ihr das könntet?
00:50:51: Ich wüsste auch nicht, ob ich es könnte Herr Walther!
00:50:53: Also das sage ich in aller liebevollen Ehrlichkeit dazu Und als wohnhafter Därendinger werde ich das nächste Mal tatsächlich einen Abstecher machen und mal nach der Sonne Ausschau halten.
00:51:08: Das finde ich übrigens auch etwas, wie ich es jetzt so zusammenfass, was Ihre Friedhöfe auch bei mir schaffen ist, dass sie durch die Art der Gestaltung – immer wenn man regelmäßig auf Friedhöfen ist – wiederkommt, die schenken auch was!
00:51:25: Und ich finde es total schön in der Stadt zu leben, wo ein Mensch mit Herz und Seele so wie sie sich drum kümmert.
00:51:33: Dass diese Friedhöfe eigentlich als Orte der Beisitzungen für die Toten so lebendig wie kaum andere Ortes sind.
00:51:42: Das finde ich etwas Zauberhaftes und sauber Schönes, was Sie geschafft haben.
00:51:45: Zusammen mit Fabian glaube ich kann ich sagen dass das Gespräch mit Ihnen mehr als schön war.
00:51:53: Fabian sagt bitte auch du Obtus, wie es du empfunden hast.
00:51:55: Aber ich bin sehr froh dass wir die Zeit von ihnen bekommen durften und mit ihnen da in die ein oder andere Entdeckungsreise ihrer ihres Lebens und ihres Werks eintauchen zu können.
00:52:07: Ich kann mich dann nur anschließen lieber Thomas Vielen lieben Dank Ihnen liebe Herr Walter das sie uns dahinter die Kulissen mitgenommen haben.
00:52:14: Ich meine der Thomas und ich sind ja beruflich Auch ab und zu mal auf dem Friedhof aber Noch mal viel tiefer hinter die Kulissen blicken zu dürfen.
00:52:24: Das war einfach sehr schön und das ist glaube ich auch wirklich deutlich geworden, dass das Friedhofsamt nicht einfach nur ein Amt ist sondern es auch wirklich darum geht Menschen zu begleiten, zu schauen was die Menschen brauchen um eben auch wirklich einen Raum für Trauer zu schaffen.
00:52:40: Und das erlebe ich wirklich so, wenn ich das noch kurz sagen darf auf den Friedhöfen.
00:52:43: Auf denen ich so bin dass die Menschen, die dort arbeiten, das auch wirklich sehr schön machen Auch wenn es natürlich ein Beruf ist und du bei großen Friedhöfens teilweise vier vielleicht auch fünf oder mehr Trauerfeiern am Tag begleitest.
00:52:56: Es ist immer sehr würdevoll und es stehen die Menschen im Mittelpunkt Dass man einfach gut und würdevoll Abschied nehmen kann.
00:53:03: Also von dem her Vielen lieben Dank.
00:53:06: Ich muss ehrlich gestehen Hab die Tübinger Friedhöfe noch nicht so kennengelernt.
00:53:11: Ich hab da zwar gewohnt, aber... ...da hatte ich andere Orte und wenn ich wieder in Tübingen bin dann lauf' ich da gerne mal bei den einen oder anderen Friedhof drüber und freue mich, wenn wir uns dann mal persönlich kennenlernen!
00:53:23: Sehr gerne!
00:53:25: Lieber Herr Walter alles Gute und schön war's bis bald!
00:53:31: Ich darf noch ganz kurz darauf hinweisen lieber Thomas dass wir jetzt eine kleine Sommerpause haben Wünschen euch eine gute Erholung und unsere nächste Folge erscheint auch schon in vier Wochen.
00:53:42: Am vierten September kommt die nächste Folge von Schön War's, wenn euch der Podcast gefällt dann abonniert ihn gerne empfehlt ihn weiter hinterlasst uns eine Bewertung und bleibt uns gewogen!
00:53:56: Und alle den Dübingen sind bitte auch auf den Bergfriedhof gehen und ich glaube Mittwochs?
00:54:02: Dann auch das Traum
00:54:04: bis September
00:54:05: Mittwochs, bis September auch das Trauercafé nutzen.
00:54:09: Es wird ökumenisch betrieben von der Katholische und von der Evangelischen Kirschengemeinde in Tübingen.
00:54:14: Und es ist eben auch ein Bausteinchen mehr diesen Ort sich selbst zu erschließen und zum Ruhm oder zum Kraftort zu machen.
00:54:22: Für alle die jetzt ja auch in die Sommerpause gehen wünschen wir schöne Erlebnisse auf den Friedhöfen dieser Welt und abseits den Friedhöhlen dieser Welt!
Neuer Kommentar