Über die Toten nur...?
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00:00:00: Schön war es.
00:00:01: Der Gesprächsraum für Leben und Tod geht in die Folge XXIII Und jetzt können wir gerade unsere humanistische Bildung kurz raushängen lassen, nämlich... Wir nehmen als Motto das viel zitierte Proverb Ich glaube es ist von Kilon von Sparta Übersetzt ins Lateinische Die Mortuis Nihilnisi Bene.
00:00:23: Über die Toten soll man nichts als Gutes sagen oder?
00:00:26: Das wäre jetzt Achtung Farbe und Überleitung.
00:00:29: Der Wunsch, dass du das vielleicht noch ein bisschen ... dialektal, mundartlich unverstellter als jetzt irgendwie Schräglathaino übersetzt.
00:00:35: Nämlich
00:00:37: über die Toten nur Gutes?
00:00:38: Neu es wird nie so viel Kloge wie auf ihrer Beerdigung.
00:00:41: Ah!
00:00:43: Oder ist das... Entschuldigung, ja, das weiß ich aber schon.
00:00:48: Das ist einfach unsere einzigartige Gedankenübertragung.
00:00:52: Ja absolut, das klappt hervorragend.
00:00:53: Aber es ist wahrscheinlich ein Satz den sowohl du als auch ich immer wieder hören ne?
00:00:57: So also Ich höre den ja, wir haben es gerade im Vorgespräch gehabt.
00:01:00: Jetzt ist der Korschen nicht gefallen.
00:01:01: aber so dieser Satz vor allem wenn wir Leuten erzählen was wir beruflich machen hören wird das schon auch.
00:01:08: Es wird ja nirgendso viel gelogen wie auf Beerdigung.
00:01:11: Ja und immer ja auch beim Erwartungsmanagement oder das.
00:01:15: wenn du und ich, wenn wir die Angehörigen fragen was ist Ihnen in der Feier wichtig?
00:01:18: Dann kommt er ganz oft.
00:01:19: Das soll bitte nicht so steif, nicht so sagen die selten.
00:01:24: aber also es sollen nicht zühlzig sein kein Palaber, keinen Schwetz keine weiß ich nicht gelobhute Leih auf irgendwas sondern... Also ich kann's oft sagen die finde ich schon.
00:01:33: bei den Freien Traumern die wir begleiten höre ich die Anhörung schon und sage Herr Knöller sagt es ist schon so wie es war.
00:01:40: Man muss nichts schönrede
00:01:41: jetzt!
00:01:41: Ja So, genau.
00:01:43: Genau.
00:01:43: und dann haben wir eben auch so dieses... Und das ist ja hartnäckig.
00:01:47: also dieses Proverb des Zitierte mit dieser irgendwie schon.
00:01:52: was sind das?
00:01:53: Ich muss mal gucken ob sechstes Jahrhundert vor Christus war.
00:01:55: ich glaube da sind es ja schon zweieinhalb bis sechs Jahre Tradition die der ganzen Kultur in den Knochen stecken wo man ja fast erstarrt.
00:02:03: wenn mir jetzt irgendwie etwas sagen würde was nicht automatisch gut ist und vielleicht als These vorne weg Fabian könntest du aus dem stand heraus dieses dieses zitat über die tot nichts als gutes Für dich schon mal aus deiner erfahrung her umformulieren?
00:02:22: also wie würde der satz Ich empfinde den als nicht ganz richtig.
00:02:26: deswegen habe ich gerade selber denkt würden wir das schaffen den umzuformulieren auf eine sprechweise und dann als tese mitnehmen Von der wir glauben dass er so stimmiger wäre?
00:02:36: wenn wir das schaffen Lass uns mal laut miteinander denken Wie würdest du den vorsichtig oder behutsam anders formulieren?
00:02:49: Über die Toten nur wahres, aber gut.
00:03:00: Also dass es darum geht zu sagen was ist Aber auf eine gute Weise so?
00:03:08: Vielleicht ist ja einfach ein Übersetzungsfehler auch vielleicht hat er schon etwas anderes gemeint der man im sechsten Jahrhundert vor Christus ich glaube Da treffen wir uns, dass es nicht darum geht wirklich nur das ganze Gute zu erzählen.
00:03:23: Und nachher sitzen irgendwie Leute da bei der Trauerfeier und fragen sich über wen hat er gesprochen?
00:03:29: Also wenn jetzt jemand Steuern hinterzogen hat und drei Jahre im Gefängnis saßt dann muss man ja nicht um diese Anädote irgendwie die ganze Rede aufbauen und das zum Schwerpunkt erheben.
00:03:39: aber manchmal ist es schon difficile weil du hast ja nicht immer diese Angehörigen.
00:03:44: dir würde ich sagen Sagen Sie, wie es war manchmal schon auch.
00:03:49: Aber das muss da aber nicht rein, mir wolle ich schon, dass er nochmal gut dasteht und so... Hast Du denn eine Idee bevor wir jetzt gleich zu sehr einsteigen, wie man diesen Satz umschreiben kann?
00:04:03: Ich liebe jetzt, dass wir uns tatsächlich in dem Punkt so viel Transparenz mutte.
00:04:06: Jetzt den Zuhörerinnen und Zuhören von podcast schon zu.
00:04:09: ich finde total schön das wir uns an dem Punkt gar nicht abgestimmt hatten Und ich hätte für mich In der Spur die ich ja hätte sein können als vorgespräch netter sein können.
00:04:16: Ja komm wir tun jetzt so als würden wir ganz geschmeidig auf.
00:04:19: den punkt ist eben nicht.
00:04:20: es ist tatsächlich miteinander im ping-pong entstanden und Ich feierte es weil in meinem Kopf war kann und oder herzen war genau diese formulierung auch über denen oder die Toten Nichts als wahres.
00:04:37: Und dann wird es schon, finde ich spannend.
00:04:40: Weil die super naheliegend Anschlussfrage ist ja und wie macht man denn das?
00:04:46: Wie macht man das wenn Menschen ein Leben leben wie Menschen leben eben leben also wenn Konflikte dazu gehören, Entscheidungen zu einer Lebensgeschichte dazugehören Wenn Konflikte ... auch noch immer offene Konflikte oder wenn keine Versöhnung stattgefunden hat.
00:05:02: Oder auch distanzierte Eltern-Kind-Verhältnisse.
00:05:06: Also ich hab, das haben die Angehörigen gar nicht irgendwie im Zorn... ... oder irgendwie im Schmerz gesagt.
00:05:15: Sondern das waren die Neulichhabitis in Vorbereitungsspringen und so.
00:05:20: Ja also unsere Mama war jetzt nicht so die Herzliche!
00:05:24: Also schmusen wir jetzt nicht so das, womit wir groß waren.
00:05:27: Aber trotzdem hatten die ein aufgeräumtes und gutes Verhältnis.
00:05:30: Ja... aber das war ich jetzt an der Stelle weil ich das total wertvoll fand dass sich da zum Beispiel in dem Fall die Töchter gar nicht gescheute haben es einfach als das auszusprechen wie sie's erlebt haben.
00:05:41: Und da kommt das was du ja schon eben so bisschen aus dem Journalismus entlehnt hattest dir ja zu eigen gemacht die Formel sagen was ist?
00:05:50: Und ich mein, so viel weiß ich noch.
00:05:53: Kann ich rauskrameln aus der Zeit sechstes Jahrhundert vor Christus und griechischer Antike?
00:05:58: Das hat natürlich schon auch entstanden ist aus einer Zeit in der man geglaubt hätte dass man sich auch ins Schutz nehmen muss vor rachsüchtigen Geistern der Toten.
00:06:06: also da gab es ein anderes Verständnis Da konnten einen schon die Geister der verstorbenen Heim suchen.
00:06:10: ja und damit hat der Satz auch eine Lebensweisheit in der Zeit sondern also dann schwätzt lieber gut über die weil du weißt schon etwa noch wann er das hier dich heum sucht ist der erst mal lebensklug und vielleicht, vielleicht kann man das aber auch im Sitz wieder im Sprung in die heutige Zeit.
00:06:27: Also ich glaube jetzt nicht dass die meisten Angst haben vor achsüchtigen Geistern der Angehörigen.
00:06:31: also das wäre jetzt nicht mehr die Motivationslage.
00:06:34: Aber ich finde wo wir schon Rechnungen tragen... Ich würde sogar sagen müssen Fabien es soll ja keine Schmähung sein!
00:06:44: Ja kein Roast würde man heute sagen.
00:06:49: Ja, also die Trauerfeier ist nicht der Ort.
00:06:51: Ist nicht der Orten nochmal schmutzige Wäsche zu waschen?
00:06:56: Absolut!
00:06:56: Der ist nicht den Ort noch mal auf eine Rechnung zu begleichen.
00:07:01: In irgendeiner Folge haben wir auch schonmal gesagt so... Die TrauerFeier ist keine Vendetta.
00:07:07: Ja und das ist ganz spannend ich glaube da ging es... Das war eine Anfrage die ich dir rüber geschoben habe weil ich zu dem Mann ziemlich schnell gesagt hab äh ich weiß nicht aber frage sowas Thomas Geller Wo es ja eben darum ging, der hat das ja ganz klar benannt.
00:07:20: Da ging's nicht um mit dem Verstorbenen abzurechnen aber nochmal sozusagen und da muss schon auch erwähnt werden dass der andere Sohn sich halt nicht gekümmert hat und dann muss schon... Das muss schon erwähnend werden weil du gerade sprachst von der Motivation.
00:07:36: Früher dachte man okay die Geister der Totenkomm vielleicht und dann hab ichs nicht so schön wenn ich jetzt böse über die Spreche.
00:07:44: Ich glaube so dieser Wunsch dass die meisten Angehörigen, mit denen wir zu tun haben den wichtig ist da keine schmutzige Wäsche zu waschen und auch irgendwie schwierige Themen nicht so groß werden zu lassen.
00:07:56: Ist glaube ich schon das man auch irgendwie so einen Frieden macht vielleicht?
00:08:00: So dass man sagt okay jetzt ist es vorbei und jetzt muss ich auch nicht mehr und jetzt ist also der zentrale Moment des Abschieds und da sollen noch die vielen Sachen gewürdigt werden, die ja auch gut waren Und deswegen muss das andere nicht so einen großen Fokus einnehmen.
00:08:21: Und es ist ja ohnehin, vielleicht gerade die Frage aufgeworfen, wie macht man das denn?
00:08:26: Dass man wahres erzählt... Ich würde sogar sagen, dass geht gar nicht!
00:08:31: Weil wir sind ja keine Journalisten, die irgendwie jetzt wirklich sagen okay, wir haben jetzt hier ein Trauergespräch und dann forschen wir erst mal nach.
00:08:38: War der wirklich vierzehn Jahre bei der Bundesbahn oder waren es vielleicht nur zwölf?
00:08:42: Hat er wirklich einen Eins Komma Null Abi gehabt oder war's nur eins Komma drei?
00:08:46: was war los?
00:08:47: Ja
00:08:47: hast du kein fact-checking Team das ist da nochmal die Vita
00:08:51: natürlich doch klar.
00:08:52: Natürlich tu ma sehr klar.
00:08:54: Also gefällt auch nicht einfach ohne überprüfte
00:08:56: biografische Daten.
00:08:58: Ich finde für achthundert Euro für eine Trauerfreiheit kann man das schon erwarten.
00:09:01: Ja, und wir kriegen ja... Das ist ja gar nicht irgendwie dass wir bewusst angeflunkert werden überhaupt nicht.
00:09:08: aber es ist ja so viel.
00:09:09: also zunächst mal irgendwie Kindheitserinnerung.
00:09:12: dann erzählt jemand von der Kindheit und hat das auch nur von der Person erzählt bekommen?
00:09:16: Und dann war vielleicht da schon irgendwie eine Erinnerung verzerrt Und dann hat er sich vielleicht auch noch anders gemerkt oder so, also es sind ja so viele Faktoren.
00:09:24: Ich habe das auf Fabian neulich ganz konkret und schuldigemäßig unterbrechen, aber ich hab's an einer Stelle so deutlich nochmal gemerkt, dass wir gar keine... Also im Sinne der Objektivität gar Wahrheit gar nicht erzählen können.
00:09:34: Es ist nie unser Anspruch gewesen, aber können wir auch nicht.
00:09:37: Das ist mir normal jetzt bewusst geworden bei einer draufhörtlich begleitet haben.
00:09:41: Da sind verschiedene Angehörige integriert gewesen in die Feier Und das hat dann im Nachhinein tatsächlich zu Verwerfungen geführt, weil sich dann viele ... Es ist eine recht große Geschwisternschaft gewesen und da haben sich einige einfach gar nicht gesehen gefühlt.
00:09:54: Die waren auch nicht mit am Tisch, mit denen konnte ich gar nicht sprechen aber die haben sich nicht gesehengefühlt und es ist für die richtig schlimm gewesen.
00:10:03: Jetzt ist natürlich für mich irgendwie klar ja gut von meiner Seite ... Ich kann nur mit denen sprechen, die auf dem Tisch sitzen, nicht auf sondern am ... Und die dürfen auch, also mein Job ist nicht jemanden auszuschließen sondern einzuladen sich einzubringen.
00:10:17: Aber eben da es noch mal klar geworden das natürlich dann viele Perspektiven in der Feier waren aber halt eben auch ganz viele Nicht und ich glaube dass dieses sich nicht gesehen fühlen.
00:10:30: Vielleicht weiß ich nicht was man dafür dann sprachlich sagen muss aber ich glaub wenn zum Beispiel Konflikt und Schmerz zu einer Geschichte gehören Teile derer, die in diesem Schmerz und dieser Konfliktgeschichte mitbeteiligt waren.
00:10:44: Sich dann durch Lobhudelei oder was auch immer nicht in ihrem Schmerzen gesehen... ...und dadurch auch geachtet und respektiert fühlen, dann ist es auch nicht gut?
00:10:55: Ja!
00:10:57: Und dann ist das ja.. Was ist denn die Kategorie?
00:11:00: Ich bin echt noch am Suchen.
00:11:02: Also vielleicht ist die Frage, wie viel Raum können wir schaffen oder können wir mit ermöglichen?
00:11:07: Weil am Ende müssen hier auch Menschen sagen was ihre persönliche Wirklichkeit ist bevor sie gesehen werden kann.
00:11:15: Die muss schon artikuliert werden.
00:11:17: aber schon auch unsere Frage nicht irgendwie was es war sondern Wie groß können wir oder wie gut können wir einen Raum aufmachen, in dem jetzt der plural von Wahrheit wahrheiten also persönliche Perspektiven Blickwinkel.
00:11:34: Drin vorkommen oder geachtet gewertschätzt und gewürdigt werden vielleicht dann so rum über die Toten nichts als wahrheiten Also quasi dessen nicht mehr also vom absoluten hin zum pluralen oder vielfältigen oder facettenreichen dass dann Dinge nebeneinander stehen selbst wenn die Und das ist ja oft die Quelle vom Konflikt.
00:11:53: Einer sagt, es war so oder anders und dass dann eben das Besondere ist, dass wir nicht kommen und sagen schiedsrichtermäßig, nee, ne, ist schon das eine richtig?
00:12:01: Und deswegen erzählen wird es so sondern, dass da eben auch Realitäten auch unverwoben und gleichzeitig in einer Feier ausgesprochen werden können.
00:12:10: Das sind natürlich also mich fordertes Extremwahl des zu balancieren mit dem Fingerspiel inklusive auch der Situation, das eben dann Trotz aller Behutsamkeit, trotz aller Achtsamkeit und Einladung dann immer noch jemand da ist.
00:12:24: Der sagt nee ich wurde nicht gesehen?
00:12:26: Ja genau!
00:12:26: Und auch mit dem Risiko natürlich das... Dadurch dass wir halt entscheiden welche von diesen Wahrheiten kommen, zahlt rein.
00:12:34: also vielleicht wenn man die eine Wahrheit noch drin gehabt hätte wird es für den einen halt noch gerade so passen.
00:12:39: und dadurch dass wir jetzt halt uns für die Eine Wahrheit entscheiden rauszulassen wird's halt dann schwierig und für den wirds dann halt unwahr.
00:12:46: Das ist halt immer das Risiko.
00:12:47: Also wenn man spannend vielleicht Sag nochmal so, mit einem Journalisten zu sprechen oder die auch als Trauerredner in der Zweitprofession oder Trauerräten tätig ist.
00:12:57: Wie die da so rangehen?
00:12:59: Ich werde tatsächlich immer auch hellhörig sowas was Stichwort mehrere Wahrheiten... Wir hatten es glaube ich auch schon davon wenn im Gespräch die Angehörigen so arg viel betonen wie sehr sie sich denn gekümmert haben.
00:13:15: denke ich mir so, ja genauso wenig wie die Trauerfeierort für Wendetta ist.
00:13:18: Ist die Trauersfeier auch nicht der Ort um die Lebens- und Pflegeleistung der Angehörigen zu würdigen?
00:13:26: So also natürlich sage ich schon hier die und die waren da.
00:13:31: aber das ist zum Beispiel ein Punkt wo ich mal so merke okay sehr selektiv.
00:13:35: jetzt hat er auch schon irgendwie zwei verfeindete Brüder.
00:13:40: Mit ihm habe ich das Gespräch gehabt und mit einem anderen mit dem Telefonierten, der hat sich gar nicht gekümmert.
00:13:45: Und so... Es ist manchmal schon... Habe ich!
00:13:48: Und dann glaube ich neige ich dazu immer so Formulierung dann ein bisschen so.
00:13:53: Ich gehe dann glaub ich eh ins Allgemeine?
00:13:56: Ich sag' nicht Er wurde gepflegt Aber dann guck ich halt schon wie's halt formuliere Das es halt passt.
00:14:04: Also wenn ich wirklich zwei Wahrheiten ganz konkret auf den Tisch liegen habe Dann gucke ich halt immer okay Wie verpack ich das jetzt?
00:14:13: Ja.
00:14:14: Also, es ist auch manchmal nicht für Gnügensteuerpflichtig tatsächlich.
00:14:20: Da sind wir ja bei den Angehörigen heute um die Toten... Ich frag mich eher so auch tatsächlich.
00:14:27: was heißt denn wenn man dieses Proverb hast du gesagt?
00:14:31: Sprichwort oder Aphorismus könntest du auch sagen.
00:14:33: Das
00:14:33: ist interessant!
00:14:35: Sprichworts sagt doch Sprich-Wort pro Verb.
00:14:39: Wenn ich lateinisch mit dir komme ich natürlich auf
00:14:42: Kramatikalisch, ja natürlich.
00:14:44: Du weißt doch wie es ist?
00:14:47: Ist doch ein gutes Mittelding.
00:14:50: Einmal nicht aufgepasst, zwitscht man komplett und die Umgebung guckt an wie ein Auto.
00:14:56: Vorgespräch fühlen wir immer auf Latein aber Pro-Währe war mir tatsächlich kein Begriff.
00:15:02: Ergo!
00:15:03: Also
00:15:03: die Frage ist... Cocky to Ergosum.
00:15:09: Skiu neskiu Oder wie mein Vater sagt mir das Skiu Menihil Skire.
00:15:12: Ich weiß, dass ich nichts weiß.
00:15:14: Aber
00:15:14: weil du sagst Kogito ergo summe, das wäre vielleicht auch ein schöner Link, denn ich denke also bin nicht dieses Dekat-Zitat für die Aufklärung.
00:15:22: und daher sagt man mit der Spiegelneuron Theorie aus der Neurowissenschaft gibt es eine schöne These, eigentlich müsste man den Satz umformulieren.
00:15:31: Das heißt nicht ich denke so bin ich sondern fühle also bin ich.
00:15:38: Und das ist ja auch das, was du wahrscheinlich mit der Situation der beiden Brüder am Tisch, die sich da nicht grün waren.
00:15:43: Ich kenne es auch wenn Angehörige im Konflikt sitzen.
00:15:45: A spürt man sofort und B macht natürlich auch die Moderation des Gesprächs ein bisschen kniffliger.
00:15:53: Das natürlich nicht die rationale Realität, wer welchen Anteil an den Pflegegeld oder Leistungen erbracht hat.
00:16:00: Sondern dass die gefühlte Realität bin ich im Nachteil, bin über Vorteilt, bin schon mein Leben lang nicht gesehen worden war der andere schon immer der Lieblingssohn und und und also merke ich das natürlich dieses das was real ist ... worüber ich mich identifiziere, dass es wozu ich ein Gefühl habe.
00:16:17: Und das ist eigentlich das Spannende... ...dass man gibt's ein ganzes Buch dazu,... ...das machen wir aber jetzt nicht im Podcast.
00:16:21: Aber da gibt's einen ganzen Buch dazu, das irgendwie sagt,... ..."Das wäre eine Rieseneinladung an uns alle zu
00:16:26: sagen.".
00:16:27: Nicht dieses Pseudorationale,... ..."Ja, wir sind denkende Wesen und das identifiziert uns...".
00:16:31: ...sondern nein, wir ziehen Identität vor allem aus dem Gefühl zu etwas".
00:16:37: Ich hab dich schon wieder unterbrochen von mir.
00:16:38: Sorry!
00:16:39: Ich hoffe du kriegst die Fäden jetzt trotz meiner ganzen Unterbrecherei.
00:16:42: Nee, diesmal
00:16:42: war's nicht unterbauen.
00:16:43: Alles gut?
00:16:45: Es ist schon okay.
00:16:46: Gibt ja auch wieder eine negative Bewertung beim Podcast, aber gut.
00:16:49: Der
00:16:49: eine soll aufhören und ich will den anderen auch hören!
00:16:53: Der unterbricht den, der schlimmer als die Sabine Rücker von Zeit Verbrechen.
00:16:58: Grüße!
00:17:00: Genau, genau.
00:17:01: auch ganz treue Hörerin Sabine bitte nicht böse sein.
00:17:05: Ganz toller Podcast.
00:17:07: Ich finde so.
00:17:07: die Frage ne was heißt gut über jemanden reden?
00:17:11: Also oder die Frage anders formuliert Wenn nur gelobt wird.
00:17:18: Also hat man dann gut über jemand geredet, redet man über jemandem gut wenn man wirklich nur sagt ganz toll oder ist es eher tatsächlich dann eher auch schlecht über jemanden reden?
00:17:27: Weil ich glaube so Menschen die...
00:17:31: Das ausschließliche Lob stinkt zum Himmel!
00:17:33: Ja
00:17:33: absolut ne.
00:17:34: also so Menschen wie die nur gut sind da klar kenne ich dich nicht Thomas aber dann wird's auch schon eng In einem Podcast mit Sabine Röcker und unseren Frauen verschärzt.
00:17:51: Nein, also ich glaube da weiß ich nicht.
00:17:53: auch so Leute wie Mutter Teresa wenn du willst die für das gute stehen und selbstlos... Auch da wirst du immer Sachen haben die einfach wo andere sich daran gestört haben oder was irgendwie schwierig war ... was andere als schwierig empfunden haben.
00:18:14: Deswegen glaube ich, weiß ich nicht, ist gut über jemanden reden... Jetzt habe ich ein Fun-Flohen!
00:18:23: Das wäre jetzt ein gute Moment mich zu unterbrechen Thomas.
00:18:26: Also in den Vorbereitungsfragen die ich immer dabei hab, das eine meiner Lieblingsfragen, die ich den Angehörigen stelle.
00:18:31: Was hat den Verstorbenen auf die Palme gebracht?
00:18:34: Ja, das mag ja auch sehr gerne.
00:18:36: Großartig.
00:18:36: Und dann ist es ganz oft so Boah da.
00:18:39: Fällt mir jetzt nichts ein, müßt sich jetzt nix.
00:18:42: Und oft ist es auch schön wenn dann einfach eine Runde vielfältig ist und an mehrer Tisch sitzen und Leute hat eben einer der Angehörigen gesagt ja ich?
00:18:53: Ja genau!
00:18:55: Das war nicht so schön.
00:18:56: Also ich habe das immer super hingebracht.
00:18:59: Und dann kann man halt fragen so, und wenn der Mahl-Tutsch nur geplatzt ist.
00:19:03: Wie sah das denn aus?
00:19:05: War uns die Blicke oder ist er oder sie dann laut geworden?
00:19:09: Und selbst da jetzt kommt zu die kitschige Kategorie, die wahrscheinlich glaube ich schon ganz oft so angerissen haben dass wir eigentlich über Situationen von Streit oder Konflikt oder aneinander hochgehen sprechen.
00:19:18: aber wenn es gelingt einen Rahmen zu setzen der liebevoller Blick ist.
00:19:22: also jetzt Jetzt warum ist denn da die Hutschnur?
00:19:25: Was waren die Werte, was genau ist da passiert oder wie habt ihr wieder zusammengefunden.
00:19:30: Wenn der Liebe vor den Blick dazu kommt dann kann man sogar darüber sprechen und dann ist die Tür offen dass das auch potenziell in der Traufeiher gesagt werden könnte weil ja alle wissen ja ja genauso war sie.
00:19:42: und dann zeichnen wir nicht irgendwie das Bild eines Säulenheiligen wo nix maklhaft war sondern klar Wenn man mit dreckigen Schuhen den Haus vorgelaufen ist, dann tut es nur hoch.
00:19:53: Oder wenn man in den Haaren rumgewuschtelt hat oder die Teller nicht leer gemacht hat ... Genau!
00:19:58: Und das heißt ja nicht, dass das per se gerechtfertigt war.
00:20:01: Das heißt nur, dass es auch was ist, wo alle irgendwie im besten Fall miteinander entschmunzeln können und sagen, ja genau.
00:20:07: So ist halt auch gewesen.
00:20:09: Der liebevolle Blick dazu, wenn der gelingt kann er sogar den Konflikt oder das explodieren dann irgendwie gut benennen?
00:20:15: Das sind ja so, sag ich mal Situationen oder Geschichten wo wir jetzt die meisten wahrscheinlich sagen naja sowas muss man natürlich auch erzählen.
00:20:22: So irgendwie hat es schonmal so richtig Erinnerungen, Erzählungen wo du gedacht hast krass!
00:20:30: Oder wirklich belegst du okay wie formuliere ich das jetzt?
00:20:35: Wie viel Raum darf das auch einnehmen in dieser Rede?
00:20:39: Ja Ja, ich habe auch an der Stelle, das habe ich gar nicht in die Rede eingefliessen lassen.
00:20:44: Das hat mich auch lange beschäftigt oder... ...das was hinter diesem kurzen Satz gesteckt hat so muss ich sagen, dass er mich beschäftigte, hat eine Angehörige zu mir gesagt über die Kindheit Herr Gnöller wenn es mal mehr Schläge als Essen gab dann wissen sie was los war Und dann habe ich das richtig verstanden.
00:21:04: Also quasi, dass ein Teil von Kindheit daran bestand... ...dass es einen Überangebot an Schläge gab aber halt eben wenig Essen.
00:21:18: Ist das was ich jetzt gerade gehört hab?
00:21:19: Dass das kurze Fenster in einem Teil der erlebten Kindheit war?
00:21:25: und da hörte er doch!
00:21:26: Genau das ist das, was ich gerade gehört habe was mir der Angehörige gerade sagen wollte.
00:21:32: Und dann hab ich mir auch gedacht, ja poh!
00:21:35: Also schon die Ahnung von dem, was sich dahinter verbergen muss.
00:21:40: Zum Glück war das nicht der verstorbene Mensch um den es ging da diese ... Der war nicht Täterpersonen so.
00:21:48: Aber ich glaub, wenn es ... Und jetzt komm' ich.
00:21:51: Du hast mich ja gefragt, hab ich das erlebt?
00:21:52: Das ist was, wo ich grad ganz viel Resonanz habe zu dieser Situation und das hätte mich richtig in Not gebracht, wenn ich ... Also diese Frage, die du mir gestellt hast, die hätt ich mir dann gestellt, wenn aber die verstorbene Person Täterperson gewesen wäre.
00:22:06: Also quasi nicht Mitleidende oder Miterleidender sondern Täter-Person Boah!
00:22:12: Ja
00:22:13: Wie hätte das Raum bekommen, um dann auch bei erwachsene Menschen nicht mehr die Kindheit zu retraumatisieren und ans Licht zu zähren?
00:22:20: Aber halt jetzt ... Also den Menschen als liebevoll Schmusen zu bezahlen wäre irgendwie auch nicht mehr gegangen.
00:22:26: Ja!
00:22:27: Wenn du mich fragst, wo stoße ich an Grenzen... also für mich wär es so dieses Das was sich festhalten kann ist wenn die Menschen, um die es in der Trauerfeier geht selbst zum Beispiel Täterinnen und Täter mit Gewalt an Kindern waren.
00:22:43: Ja.
00:22:45: Also wenn das rauskommt, weil du hast ja dann die ganze Situation von... Du hast Angehörige, die das überlebt haben und die da sind und davon erzählen und natürlich auch wo es ganz viel Fingerspitzengefühl braucht und auch zurecht die Autonomie bei denen, die dann mit dir im Gespräch zu sagen so, wenn ich mir nicht sicher bin heißt immer was?
00:23:04: Und das hast du ja in anderer Situationen auch schon angedeutet.
00:23:07: Wenn's nicht eindeutig ist, dann muss die Polizistin sein Fragen.
00:23:13: Darf es angesprochen werden oder nicht?
00:23:16: Und um jetzt noch vielleicht ein bisschen ein gewinniger, gewaltvolleres Beispiel zu erzählen, neulich war ging's einfach darum dass die Todesursache assistierte Suizid waren.
00:23:26: und dann habe ich auch den Angehörigen gefragt ist das was für sie erstmal Tabuis auszusprechen oder ist das etwas was auch in der Traufer genannt werden kann.
00:23:36: Also tabu ist es nicht, aber diese Formulierung assistiert der Suizid möchte ich nicht, dass sie gesagt wird.
00:23:42: Und da hab' ich nochmal für mich zum Beispiel jetzt um damit wir von diesem ganzen philosophischen Rumgedenke auch mal ich dir was Konkretes anbieten kann Fabian war dann für mich der Punkt okay und dann ist für mich die Sprechformel das er selbst bestimmt gegangen is'.
00:23:59: So, natürlich kann man jetzt auch bitte alle die zuhören.
00:24:02: Da geht es nicht darum uns zuzustimmen und sagen ja das hätte ich genauso gemacht oder nein das muss man trotzdem werden.
00:24:09: so ist gar nicht mein Punkt.
00:24:10: mehr punkt ist dass ich gefragt habe Ich das gehört hab ich das auch respektieren?
00:24:14: gesagt hat so das und das war meine sprachregelung erst selbst bestimmt gegangen?
00:24:18: Und jetzt was sich für mich in der situation berührend angefühlt hat war auch in der trauerfeier dass Zu dieser lebensgeschichte gehört hat.
00:24:27: ganz viele also sind weit in den neunzigern gewesen, der verstorbene Menschen ist eine Lebensgeschichte gewesen zu der ganz viel Flucht und Vertreibung gehört hat.
00:24:35: Also von frühester Kindheit angefangen über dann also fortgesetzt West-Ostdeutschland und irgendwann im süddeutschen Raum gelandet und da dann doch noch sehr saft geworden.
00:24:46: Und das fand ich das was mich so berührt hat in dem Moment wo ich den Angehörigen ernst genommen habe dass er darum gebeten hat es dir der Suizid nicht zu sagen aber alles andere offen ist für andere Sprachregelungen War das schön, weil nur dadurch ist in mir ein Bild entstanden.
00:25:00: Nämlich dass wenn der Tod die ultimative, die letzte Vertreibung aus dem Leben selbst ist war für mich des Bildes dann stimmig war.
00:25:09: und so habe ich es auch in der Traufeier gesagt.
00:25:12: Dann hat sich der Verstorbene zu entschieden am Ende seines Lebens nicht noch einmal vertrieben zu werden Sondern selbst zu gehen.
00:25:22: Da ist kein medizinischer Terminus irgendwo gefallen, aber das hatte dann im Rückgriff auf diese Lebensgeschichte so hoff ich zumindest.
00:25:30: Das ist jetzt meine Hoffnung dass es einen deuter Rahmen herstellen konnte.
00:25:36: und da sind wir wieder bei diesem Wort liebender Blick der mit einem liebenden Blick etwas versöhnendes, etwas friedliches aber halt auch etwas in sich trotzdem wahres hat zum Ausdruck bringen können in diesen geschützten Raum der Feier.
00:25:51: Und wenn das, was ich dir gerade erzählt habe.
00:25:54: Das wäre für mich ein Gefühl sag' ich vor allem von einer Situation wo ich sagen würde die fühlt sich gelungen an wo etwas nicht zu sagen oder ehrlich und liebevoll gleichzeitig irgendwie so verwoben waren dass ich da auch rausgehe aus der Ferien und sage ja es ist irgendwie so ist es irgendwie gut geworden dass ich das auch sagen oder mich auch trauen kann dann den Spiegel zu gucken und auch zu den Angehörigen zu gehen und sagen hat's für sie auch gepasst
00:26:22: Ja.
00:26:24: Wo sind für dich Situationen Fabien, wo du deinerseits auch schon an Grenzen gestorben bist?
00:26:30: Also so ähnlich wie das erste was du erzählt hast.
00:26:33: und da war es tatsächlich so dass... also hatte ich das Trauergespräch mit der Frau des Verstorbenen und ich weiß gar nicht wem noch.
00:26:44: Und dann war's so, dass der Schwiegersohn des Versterbenden auch gleichzeitig Bestatter war.
00:26:52: ihm ist es wichtig, den zu bestatten weil er auch eine enge Verbindung mit dem hatte und so.
00:26:56: Und dann hat er gesagt ja dann können wir noch mal sprechen als ich sage ihnen da geht ne Ära zur Ende da habe ich auch noch ein bisschen was zu erzählen... ...und dann war so das erste eigentlich was er im Gespräch gesagt hat.
00:27:05: so ja also war schon einer der dann auch seine Frau.. ..und die Kinder ordentlich vertroschen hat.
00:27:12: Das war insofern spannend oder schwierig weil es halt nochmal so eine neue Ebene war ne?
00:27:17: Was will?
00:27:18: ich mein also wenn das im Trauergespräch ist dann kriege ich irgendwie ein Gespür dafür, kann ich es erwähnen oder nicht?
00:27:24: Das kam quasi überwandel wieder rein.
00:27:27: Genau!
00:27:28: Im Trauergespräch sag' ich jetzt mal und saß ich ja mit dem Opfer- oder den Opfern ist sehr zugespitzt.
00:27:35: du weißt was ich meine.
00:27:35: Mit
00:27:36: denen die sich da geduldet haben.
00:27:37: Genau.
00:27:37: Saß ich da und dann kommt jemand Neues und sagt bringt diesen Aspekt noch rein.
00:27:41: das fand ich schon schwierig.
00:27:42: Ich hab dann so im Nachnenn heute würde ich sagen wie Du's immer so schön sagst Sprache hat ja Oberflächen und Tiefenstruktur habe ich dann die Formulierung gewollt, dass er auch vielen... Wobei jetzt heute vielleicht noch mal anders darüber nachdenken weil es auch wörtlich verstanden werden kann aber das auch vielen vor dem Kopf gestoßen hat.
00:28:04: So oder irgendwie so in der Richtung hab' ich's dann formuliert.
00:28:09: Weil mir ist schon auch wichtig war das irgendwie das auch zu erwähnen.
00:28:13: Das war natürlich sehr allgemein formuliert aber ich war da einfach auch ja hing da ein bisschen in der Luft ne?
00:28:20: Und dann auch schon mal so irgendwie Trauergespräch gehabt mit der Mutter und der Freundin des Verstorbenen.
00:28:26: Dann habe ich auch wegen Kindheit gefragt, die Mutter hatte ja gut... ...und dann meinte nachher dann so die Freundinnen draußen so.
00:28:33: Dann sind wir zusammen zum Auto und meint sie so, als ich will auf keinen Fall dass Sie erzählen das der eine schöne Kindheit hatte weil es war nicht so.
00:28:42: Genau!
00:28:42: Dann haben wir uns halt kurz gesagt okay wenn ich das in dessen erwähne ja das ist gut also gerade wie sie gespielt haben oder so.
00:28:48: aber Da hat sie halt natürlich noch mal einen ganz anderen Einblick bekommen dann und mir dann auch wieder gegeben.
00:28:55: Das ist halt das, also welche Quelle kriegt da halt welchen Einfluss?
00:29:00: Dadurch dass Sie halt auch mit am Tisch saß auf wenn sie nachher nicht die Rechnung gezahlt hat habe ich ja schon auch geguckt okay, dass sich jetzt halt irgendwie die Kindheit knapp halte oder jetzt auch nichts... Also ich bin immer Wenn es nicht ausdrücklich gesagt wird im Gespräch, hat er eine schöne Kindheit.
00:29:16: Dann sage ich auch nicht hatte eine schöne kindheit.
00:29:18: ja das ist ja irgendwie
00:29:19: auch kein standart den man abpacken müssen.
00:29:21: also
00:29:22: genau genau
00:29:24: ganz oft ist die gar ein thema weil sie einfach war schon checkliste
00:29:27: multiple choice schöne kindheid ja nein eher hier ja ja skala von eins bis fünf was sagen Sie?
00:29:33: Ja da bin ich schon auch an grenzen gekommen aber so alles irgendwie noch im Rahmen, also nie so dass ich jetzt wirklich für die Art gehasselt hätte oder sowas.
00:29:45: Ich glaube wenn auch eine Rede nur, wenn alles nur positiv ist und gar nichts irgendwie Schwieriges gesagt wird fällt es auch leichter Abschied zu nehmen, wenn auch davor nochmal was Schwieriges benannt wurde.
00:29:59: Und ich will ja auch von so einem Menschen irgendwie komplett Abschied nehmen wie er war mit dem Schwierigen zum Beispiel einen Text den Ganz gerne lese, wenn es auch so ein bisschen religiös sein darf oder noch da einen christlichen Bezug.
00:30:13: Da geht's ja nach drum.
00:30:14: Danke für alles Schöne was wir erlebt haben und danke für alles Schwierige was uns aneinander was uns miteinander reifen ließ.
00:30:23: Es ist auch wieder so ein bis natürlich positiv formuliert weil ich glaube wenn du von deinem Vater oder deiner Mutter halt geschlagen wirst jeden Tag Was lässt einer reifen?
00:30:31: Aneinander.
00:30:32: aber Ich finde schon ich glaube schon dass Dass schon auch das einfach dazu gehört, um irgendwie auch von so einer Person komplett Abschied nehmen zu können.
00:30:41: Ich würde doch an der Stelle massiv eine Lanze für die Erde brechen!
00:30:46: Ich weiß nicht, wie du, haben wir uns noch nie darüber unterhalten fallen.
00:30:48: Aber ich weiß nicht ob sich für dich auch das Verhältnis zu dieser Schale oder zu dieser kleinen Stähle wo meistens die Erde mit der Schaufel drin steht am Grab.
00:30:59: Was so von der Helst und wie sich deinem Verhältniss vielleicht auch zu ihr gewandelt hat.
00:31:03: was ich damit sagen will?
00:31:04: Ich will eine Lanze für die Erde brechen ist dass ich schon auch ne Phase hatte wo ich so innerlich ein bisschen die Nase grümpft habe.
00:31:12: Die Erde.
00:31:13: und wir sind dann Stimmen von Angehörigen im Kopf bei Erdbestattung.
00:31:16: Wir sagen, wenn die Erde da runter rum ist auf dieses Holz, das mag ich gar nicht.
00:31:21: Und die ja auch ganz oft und völlig zurecht sagen, ich möchte noch irgendwie Blumen oder einen Korb mit Blütenblättern haben, dass sich was Zartes und was Sanftes einfach mit dazu geben kann.
00:31:34: und nicht nur diese Erde schmeiht ins Grab.
00:31:38: Mittlerweile hat es für mich ... dieser Blick auf die Erde gewandelt, dass sie nicht nur irgendwie dieses harte ist was man da hinterher schmeißt und rumst oder gar nicht so mag und lieber Blumen dabei hat.
00:31:50: Sondern ich bin ganz oft dankbar bei zum Beispiel in solchen Situationen von denen wir jetzt uns gerade gegenseitig erzählt haben.
00:31:58: Da kann die Erde etwas ganz besonderes und ich glaube das kann wahrscheinlich nur die Erde.
00:32:02: und zwar kann man dann auch sagen selbst wenn Weil es eben in der Situation nicht möglich war, Dinge explizit zu bündeln.
00:32:10: Kann man dann für den übrigens auch super wichtigen Moment des Abschieds an sich also den Abschiedern am Grab kann man dann auch sagen so Für den Fall das für den fall dass etwas in der Geschichte mit dem verstorbenen Schwer war und auch immer noch schwer geblieben ist Dann kann all das in diese Erde fließen.
00:32:35: All das, was schwer war und vielleicht auch immer noch schwer ist.
00:32:39: Und vielleicht auch schwer bleiben wird.
00:32:42: Das kann in diese Erde fließen und diese Erde die kann mit ins Grab gehen.
00:32:47: Und das was schwer ist es kann in Liebe oder einfach nur so mit beerdigt werden denn... ...und das ist so ein Bild mit dem ich persönlich umgehe weil ich finde die Erde ist einfach tief und breit und weit und geduldig.
00:33:02: Und die Erde kann das tragen und aushalten, also es heißt auch nicht dass dadurch Dinge dann plötzlich verschwinden sondern nein!
00:33:10: Die kriegen ja mit diesem Grab auch einen Ort aber sie dürfen Sprichwörtlich mit beigesetzt werden alte schwere.
00:33:17: wenn noch blumen dabei stehen so dann gibt es vielleicht gleichzeitig auch dinge die ins blühen gekommen sind und schön waren.
00:33:22: Für die dürfen die Blütenblätter mitkommen.
00:33:24: aber, Mit dieser Erde und zwar gibt's dieses Symbol und dieses zinnliche Symbol da kann man sogar mit der Hand reingreifen.
00:33:29: ganz oft lasse ich die Schaufel weg und greife einfach mit der nackte Hand rein damit das einfach viel purer und haptisch sinnlicher wird.
00:33:39: Und einfach als Einladung, wenn Sie möchten dass das was noch schwer in Ihnen gerade ist mit in die Erde gehen darf dann geben sie diese Erde mit damit sie vielleicht sogar leichter werden können.
00:33:51: Als mir das so bewusst geworden ist, was diese Erde in dem Moment kann habe ich diesen kleinen Haufen Erde der meisten sind.
00:34:00: So eine Metallstehle mit Schaufeldais.
00:34:02: Ich gucke den so liebevoll mittlerweile an weil ich denke hey du bist eigentlich der wahre Partner für all das schwere und die Erde ist echt der Komplize oder ist einfach der liebevollste Partner dazu dass er kommt.
00:34:15: Schmeiß nur nein.
00:34:17: Ich habe Platz wie so eine heilige Deponie für all das, was schwer geworden ist.
00:34:25: und eben so da kannst du deponere dass immer das wie das latein einfach da kann es ablegen Da kannst du ruhen lassen da kannst ablegen unter friedhof.
00:34:33: bei der letzten folge haben wir auch mit dem mit der fritursverwaltung gesprochen in tübingen also und das hier halt friedhöfe dann auch orte die diese schwere Wenn es etwas gibt, was schwer war und wenn es etwas mit dieser Schwere abgelegt werden will.
00:34:48: Die halten das und die werden auch dafür gepflegt und sie werden dafür verhalten.
00:34:52: da nicht nur kann ich das sondern wenn ich das brauche dann soll ich das dort sogar ablegen.
00:34:58: damit ist nichts verschwindet.
00:34:59: netz hat ja ein ort aber ich kann ohne diese bürde aus diesem friedhof rauslaufen uns da lassen.
00:35:04: und wenn die da nie wieder hinkommen wenn ihr in dieses grabkein einziges mal sogar hinwill Ja, genau.
00:35:09: Es bleibt dort und ich kann die Schritte, die ich ins Leben gehe ohne diese Würde gehen.
00:35:14: Das ist die Chance, die da drinsteckt.
00:35:17: Und das alles meine ich damit wenn ich diesen Satz sage Ich möchte unbedingt eine Lanze für die Erde brechen.
00:35:22: Also Punkt!
00:35:24: Ist es jetzt auch weird gewesen oder konntest du mal was anfangen zu warnen?
00:35:27: Nee, das war nicht weird.
00:35:30: Ich hänge noch so ein bisschen bei dieser symbolischen Handlung dass ich das schwere... Das gebe ich jetzt dem Toten und dann ist es nah bei dem.
00:35:41: Weißt du?
00:35:42: Da hänge ich noch so ein bisschen vom Bild, also deswegen muss ich noch ein bisschen hören.
00:35:48: Ich glaube du machst das schon gut.
00:35:51: Du machst es schon gut!
00:35:52: Jetzt muss man dich auch gut anmoderieren, dass es eben nicht nur so kommt wie... Und jetzt alles was scheiße war.
00:35:59: Nimm die Erde her und haut sie ihm nochmal richtig auf den Sarg.
00:36:04: Also da häng ich noch so ein bisschen, aber so
00:36:07: dieses
00:36:07: Ja auch.
00:36:10: Das ist ein guter Punkt diese Blüten und diese Erde auch nochmal irgendwie dennoch immer so eine besondere Rolle zukommen zu lassen.
00:36:18: Und eben mit diesem Bild wir über.
00:36:19: also das ist jetzt nichts was wir wortwörtlich sagen Aber es ist ja dieser Sprachbild der existiert Den Toten der Erde übergeben.
00:36:27: So das bedeutet Deswegen übergibt man sowohl den Toten und eben auch die Schwere der Erde.
00:36:33: Also, die Erde ist der Ort wo ich es hingebe.
00:36:35: Sowohl den Menschen, der verstorben ist... ...und das Gramm als Symbolischer Ort für all das was in Ordnung ist dass es jetzt auch stirbt.
00:36:46: Und wenn es mein Hass ist und wenn es meinen Kroll ist und nicht verzeihen können ist so die Frage, die konstruktive Frage Was ist es?
00:36:56: dran es auch mitsterben zu dürfen, weil ich es fürs Leben nicht mehr brauche.
00:37:01: Ja
00:37:02: und selbst dann eben in der religiösen Kategorie würde ja auch dann.
00:37:06: deswegen sage ich heilige Deponie ja?
00:37:07: Nicht irgendwie schmeißneis sondern auch der verstorbene Mensch brauchte sein Körper auch nicht mehr.
00:37:15: Und trotzdem ist all das was zum Verstorbenen gehört wert genug dass es ein Ort bekommt an dem man es ablegt deponiert und aber auch wertschätzt.
00:37:25: So nett verscharrt.
00:37:26: Und so dieses, was ist es?
00:37:28: Was mit dem Tod zurecht auch sterben darf damit etwas für der religiöse Mensch würde auf den Verstorbenen sagen dann Transcendent weiterleben kann.
00:37:37: Aber jetzt lassen wir die Transcendents weg Für alle die als Gäste bei der Trauerfeier sind was auch in mir darf Mit diesen Verstorbenden sterben Damit ich gestärkt wieder ins Leben gehen kann.
00:37:47: wenn das eine schwere ist Die mich bisher gehalten hat oder zurückgehalten Dann darf ich diese Schwere nicht dem Verstorbenen, sondern auch der Erde mit übergeben.
00:37:57: Da hast du um den Bogen zu spannen, hast du was wahres gesagt?
00:38:02: Und bleiben wir bei unserer These über die Toten nichts als Wahres anstatt über die Tote nichts als Gutes?
00:38:11: Ja
00:38:12: und dann, ich glaube wenn man über die Torten nur wahres sagt von den vielen Wahrheiten, ist ja wieder gut.
00:38:23: Boah ja!
00:38:24: Wenn es gelingt... ... in den liebevollen Blick zu finden.
00:38:29: Ja, dann ist es wirklich so dass man sagen kann das war schön.
00:38:32: Unsere Schönmaß-Erfahrung und Podcast Titelgebung hat glaube ich auch damit zu tun... ...dass wir wahrscheinlich ein Stück weit auch des Glückes natürlich sind.
00:38:40: wir liegen unser Können dazu aber Dinge sind ja auch in Teilen unverfügbar.
00:38:45: also deswegen mal nicht das ganz Wert schätzen wenn ich sage dass wir auch glaube ich das Glück hatten.
00:38:49: Das wahrscheinlich sehr oft dieser liebevolle Blick in der Fire dazugekommen ist und dann auch tatsächlich was schön war.
00:39:02: Danke für das Gespräch heute, wir haben mit dir.
00:39:05: Danke dir!
00:39:06: Danke auch den Hörerinnen und Hörern.
00:39:08: Genau.
00:39:09: Das sind ja nicht die Toten sondern die Lebendigen und ich würde vielleicht sagen eigentlich könnten mir zum Abschluss sagen Auch über die Leben denn nichts als wahres Und gerne auch mit dem liebevollen Blick und wer mag probiert es einfach bei seinen nächsten Die er nach den Podcast hören.
00:39:23: als erstes begegnet sofort aus nichts als wahres mit einem liebevollen Blick zu sagen.
00:39:29: Wenn ihr euch da ne Schelle einfängt, dann schreibt's uns in die Kommentare und sagt es hat gar nix gebracht.
00:39:33: aber wir bleiben erst mal dabei soll eigentlich ein sehr sehr guter Live-Hack.
00:39:38: Ich
00:39:38: hab der Frau im Club wirklich nur was Gutes sagen wollen?
00:39:41: ich weiß auch nicht Und das haben ja auch schon paar Mal gesagt Das ist ja richtig cooles wenn man erkennt dass man Zuletzeiten quasi des mitprägen kann was mal später in der eigenen Trauerrede erzählt wird.
00:39:55: Das ist wirklich ein Game Changer.
00:39:58: Von dem her, liebe Hörerinnen und Hörern!
00:40:01: Wenn es euch gefallen hat wie immer die Einladung unseren Podcast zu folgen, ihn zu abonnieren natürlich auch zu inhalieren... ...und ihn zu abonnieren und ihn weiterzu empfehlen, einen Kommentar zu schreiben in den Podcast investieren.
00:40:18: Der Link Für das Investment.
00:40:20: Fünfhundert Bitcoins, keine Ahnung wo der Bitcoin gerade steht.
00:40:23: Ich glaube fünfhundert Bitcoins sind unfassbar viel Kohle.
00:40:26: Drunter machen wir es aber nicht!
00:40:27: Nein also schreibt uns auch gerne.
00:40:29: Hanna Broschen wie der Spanier sagt bis zur nächsten Folge.
00:40:33: in diesem Sinne oder wie der Lateiner sagt Quotehrer Demonstrantum
00:40:37: Auf Wiedersehen, erhören.
00:40:39: Tschüssi.
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